Frage / Bemerkung zum Homematic Prinzip

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Frage / Bemerkung zum Homematic Prinzip

von Zapfmeister » 09.09.2012, 08:56 

Hallo,

ich habe mal eine Frage zu dem Homematic Komponenten. Ich hab mir zum Test mal den LAN Adapter und den Tür/Fensterkontakt erworben. Es wird ja überall angepriesen das es eine Bidirektionale Kommunikation ist. Da denke ich natürlich auch das bei einer Fehlerhaften übertragung das Signal so oft wiederholt wird bis es beim Empfänger angekommen ist, dem ist aber leider nicht so.

Ich habe zum Test den LAN Adapter kurz abgeschaltet und dann den Sender "betätigt". Nach dem Aktivieren des LAN Adapter kam aber nie wieder ein Signal vom Sender an. Erst nach dem ich erneut ein Befehl mit dem Sender ausgelöst habe erhielt ich ein Signal.

Das heißt das "Wiederholen" der Befehle passiert vermutlich nur zwei drei mal und das kurz hinter einander und dann wars das oder wie? Find ich ja persönlich nun nicht gerade schlau gelöst das ganze. Ich erwarte ja, dass alle nicht erfolgreich empfangenen Befehle alle x Minuten wiederholt werden, somit ist die ganze Sicherheit flöten und diese ganze Sabotage Funktion auch, da pack ick mir als Einbrecher ein bissel Alufolie ein und dann wars das, bzw. betätige mein selbstbau 868 MHZ Störsender dauerhaft und mach dann das Fenster auf...

Die Sender können ja meines Wissens nach auch nicht aktiv abgefragt werden. Das heißt habe ich als Empfänger gerade geschlafen und die letzte Aktion nicht mitbekommen möchte dann nach dem Aufstehen mal wissen was mein Türkontakt gerade sagt, hat man keine Chance und muss erst auf die nächste "Aktion" warten. Das ist für mich nicht "Bidirektional"...

Ich meine das Homematic ist eine feine teure Sache, aber so ganz durchdacht erscheint es mir das Ganze System nicht. Wo heutzutage alles in diesem Frequenzbereich arbeitet bricht doch das System irgend wann zusammen wenn parallel genug Geräte zufällig senden...
Zapfmeister
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Frage / Bemerkung zum Homematic Prinzip

von ELV - Technische Kundenbetreuung » 19.09.2012, 09:13 

Hallo Zapfmeister,

beim Homematic System ist es so, dass für die jeweiligen Sensoren unter deren Eigenschaften eine Anzahl der "Max. Sendeversuche" eingestellt werden kann.

Für die Funkübertragung besteht keine Exklusivität und es müssen die gesetzlichen Regelungen über Sendedauer und Sendeleistung eingehalten werden (Duty Cycle Limit).

Der Duty Cycle beschreibt eine gesetzlich geregelte Begrenzung der Sendezeit von Geräten im 868 MHz Bereich. Das Ziel dieser Regelung ist es, die Funktion aller im 868 MHz Bereich arbeitenden Geräte zu gewährleisten. In dem von uns genutzten Frequenzbereich 868 MHz beträgt die maximale endezeit eines jeden Gerätes 1 % einer Stunde (also 36 Sekunden in einer Stunde). Die Geräte dürfen bei Erreichung des 1 %- Limits nicht mehr senden, bis diese zeitliche Begrenzung vorüber ist. ELV-Geräte werden zu 100 % normenkonform entwickelt und produziert.

Im normalen Betrieb wird der Duty Cycle in der Regel nicht erreicht. Dieses kann jedoch in Einzelfällen, bei der Inbetriebnahme oder Erstinstallation eines Systems durch vermehrte und funkintensive Anlernprozesse, der Fall sein. Dies tritt beispielsweise beim Einstellen und Testen des Erfassungsbereiches von angelernten Bewegungsmeldern auf. Eine Überschreitung des Duty Cycle Limits kann sich durch eine temporär fehlende Funktion äußern. Beim Erreichen dieses Limits alle weiteren Sendevorgänge unterbunden.

Der von Ihnen genannte und befürchtete "Zusammenbruch" des Frequenzbereichs ist daher nicht zu befürchten.





ELV - Technische Kundenbetreuung
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Mit freundlichen Grüßen euer Team der technischen Kundenbetreuung

AW: Frage / Bemerkung zum Homematic Prinzip

von Zapfmeister » 19.09.2012, 21:44 

Danke für die Antwort, das mit der 1 % Regel ist bekannt ja. Mit dem gegenseitigen Stören war auf die geringe Anzahl Senseversuche bezogen. Wenn zufällig in der Zeit gerade viele andere Geräte senden (egal was im 868 MHz Band) dann hört der Sender irgend wann vergebens auf (Ich denke mal sogar nach wenigen ms), und das könnte dann irgend wann Probleme geben wenn man nicht eine Zeitspanne einstellen kann in der der Sender das Signal erneut versucht zu senden. Wenn der es meinetwegen 20 mal kurz hintereinander sendet bringt das ja eventuell nicht viel. Da müsste man schon ein größeres Intervall einstellen.

Aber Sie sagten das kann man einstellen, mhhh ok, ich nutze FHEM, da geht es vermutlich nicht so ohne weiteres. Aber es ist gut zu wissen das sowas bei den Sensoren konfigurierbar ist, auch wenn ich denke das es nicht in dem Umfang geht wie ich mir das vorstelle.

Danke und Gruß
Daniel
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Das mit "nur 1% der Zeit senden" ist doch Unsinn!

von Allibaba » 19.10.2012, 15:00 

...denn sonst dürfte die Zentrale überhaupt nicht betrieben werden - die produziert doch zwangsweise bedeutend mehr Funkverkehr als ein einzelner Fensterkontakt.

Der wahre Grund ist, speziell bei den mit Knopfzellen betriebenen Homematic-Komponenten, doch ein ganz anderer: Damit die Batterien eine akzeptable Lebensdauer bekommen, müssen diese Einheiten die meiste Zeit vor sich in "schlafen", müssen also auch ihren Empfänger abschalten.

Die Fensterkontakte werden wohl nur "aufwachen", wenn jemand das Fenster öffnet oder schließt. Dazu reicht es, einen minimalen Strom durch den Schalter zu schicken und auf eine Schaltflanke hin einen Interrupt im Mikrocontroller auszulösen. Darauf hin wacht der Mikrocontroller auf und schickt die Statusmeldung in den Äther.

Bei den Heizungs-Stellantrieben habe ich im Kopf was gelesen zu haben, dass die zeitlich definiert alle 10 min oder so "aufwachen", um mit dem Wandthermostaten zu kommunizieren. Nur der Wandthermostat muss in diesem System den Empfänger wesentlich häufiger einschalten, um z.B. auf spontanen Verkehr von den Fensterkontakten zu reagieren.

Dazu dürfte es aber reichen, den Empfänger einmal pro Sekunde für 1/100 s einzuschalten um zu sehen, ob etwas zu empfangen ist. Für solche Zwecke lässt man jeden Sender halt erst mal 1 s lang eine Präambel senden, damit der zugehörige Empfänger auch sicher aufgewacht ist.

In der Konfigurationsoberfläche der CCU1 gibt es für die Fensterkontakte die Option "Zyklische Statusmeldung". Damit kann man wohl auch die Fensterkontakte dazu überreden, sich zeitgesteuert zu melden. Wie so Vieles ist aber auch dieses Detail meines Wissens nirgendwo dokumentiert.
Allibaba
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AW: Das mit "nur 1% der Zeit senden" ist doch Unsinn!

von sdho » 14.10.2014, 00:25 

Die 1%-Regel ist kein Unsinn. Bei der Zentrale CCU1/2 kann es eventuell auftreten, dass die 1% erreicht werden. Z. B. wenn nach dem Wiedereinspielen eines Backups die Einstellungen alle gesendet werden müssen.
Die Ausführungen bzgl. Batterie sparen (schlafen und aufwachen) stimmen aber zumindest im Prinzip.
sdho
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