Belastbarkeit / Lastart ...

Dieser Beitrag bezieht sich auf das folgende Produkt: ELV Homematic Komplettbausatz 1-Kanal-Schaltaktor im Hutschienengehäuse HM-LC-Sw1-DR, für Smart Home / Hausautomation

Bestell-Nr. 68-14 13 79

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Belastbarkeit / Lastart ...

von PaulchenPanther » 06.06.2015, 10:04 

Hallo,

lt. techn. Daten ist das Gerät ausgelegt für max. 6A und ohmsche Lasten.
Leider gibt es keine Angaben zu kurzeitig verträglichen Spitzenlasten unhappy
- gemeint sind hier z.B. Einschaltströme im ms-Bereich.

Hintergrund:
in der heutigen Zeit gibt es nahezu keinerlei Verbraucher mehr auf Basis reiner ohmscher Last mehr.
Selbst die einfachste Decken- oder Wandleuchten sind mit elktonischen Vorschaltgeräten ausgestatte (z.B. Schaltnetzteil o.ä.)
Diese Geräte fordern enorme, jedoch sehr kurzzeitige Einschaltströme (z.T. das 10 bis 30-fache ihres Nennstroms).

Es wäre sehr hilfreich wenn hierzu Informationen für diesen Aktor zur Verfügung ständen.

AddOn. Schaltet der Aktor ggf. sogar beim Phasen-0-durchgang ?

v.G.
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von elkotek » 06.06.2015, 10:36 geändert am 06.06.2015 12:55

Hallo PaulchenPanther,

ob immer der gleiche Relaistyp HF7520 eingesetzt wird, kann ich nicht sagen. Aber lt. Produktabbildung wird der Typ P (cosphi=0,4) eingesetzt - damit auch geeignet für induktive/kapazitive Lasten.

Wenn Sie die Baugruppe bereits haben, einfach einmal auf der Leiterplatte nachsehen.

Viele Grüße
elkotek
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von rainmaker » 07.06.2015, 08:17 geändert am 07.06.2015 08:19

Wenn das 7520er Relais (oder ähnlich) verbaut wurde ist das Ende bei 16A erreicht, was eh schon ein guter Wert ist. Besagte Schaltnetzteile etc. ziehen aber ein Vielfaches davon. Ich kenne das Problem von "Hocheffizienz-Heizungspumpen", da liegt der Einschaltstrom im 3 stelligen Amperebereich und dann kleben die Relais ganz gerne mal in der Steuerung.

Aber - um die Frage vielleicht indirekt zu beantworten:
Ich habe für meine Heizungspumpen ein "Opferrelais" ähnlichen Types vorgesetzt, daß ich dann notfalls einfach und billig tauschen könnte. Jetzt nach der 3. Heizsaison und mit geschätzt 1000 Schaltvorgängen lebt es immer noch einwandfrei. Es scheint den irren Einschaltstrom bei Pumpen also ganz gut wegzustecken. Damit würde ich bei kleineren Problemlasten wie Schaltnetzteilen, LED Treibern etc. auch von einem akzeptablen Schaltvermögen ausgehen.
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von PaulchenPanther » 07.06.2015, 12:12 geändert am 07.06.2015 12:54

Hallo reinmarker,
danke, ich denke Du hast genau den Hintergrund meiner eingangs getstellten Frage erkannt. smile

IMO geht hier der Hersteller etwas zu oberflächlich mit dem für dieses Gerät prädestinierten Einsatzszenarien und den dafür gelieferten Informationen um.

Hinzu kommt aus meiner Sicht, dass heutige Lastkreise in der Regel mit 10A / 13A (oder bei Altanlagen mit sogar 16A) LS aufgebaut sind. Die hier für dieses Gerät spezifizierten Daten würden dann per se erst einmal einen zusätzlichen LS mit 6A erfordern! - ggf. notwendige Massnahmen für den Schutz von extremen Einschaltstömen aufgrund von heutiger Verbrauchertechnik zunächst mal außer Betracht.

Der Ansatz von elkontek ist auch recht nett, aber gleicht leider eher einem Lotteriespiel, was in diesem Segment IMHO eher nichts zu suchen hat.

Aus meiner Sicht sollte hier der Hersteller dahingehend nachbessern, dass die real vorzufindenden Einsatzzwecke von der Spezifikation (und Konstruktion) bereits abgedeckt werden. - Nennstrombelastbarkeit 10A/13A (bzw. besser 16A).
Und im Gerät gleich geeignete Schutzmechanismen mit verbauen, um einen Großteil der heutigen Lasten damit auch schalten zu können (z.B. EVG-Betribsart,Lastkreisschaltung bei Phasen-0-Durchgang, ggf. RC-Glied im Lastkreis, ...).

Wenn das Gerät dann damit ggf. 2 TE breit oder 5% teurer wird, - yes, that so.
dann sind wir aber genau in dem Segment wo wir uns hier bewegen sollten.

v.G.
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von PaulchenPanther » 07.06.2015, 14:36 

na ja, - die Hoffnung stirbt zu letzt smile
ggf. eQ-3 und ELV hier ja doch etwas am Image und eine gewissen Marktführerschaft gelegen surprised

n.WE.
PaulchenPanther
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von rainmaker » 08.06.2015, 08:44 

Naja, ELV/eq3 kann keine Relais einbauen, die es am Markt so nicht gibt, denn in der Größe sind 16A Kontaktbelastbarkeit auch schon so ziemlich das oberste Ende des Machbaren. Es müßten vielmehr die ganzen Schaltnetzeile so konstruiert werden, daß dies einen erträglichen Einschaltstrom anfordern. Und damit müßte man 99% der chin. Entwickler beeinflussen. Es wäre also sowas wie eine EU-Vorschrift nötig, aber da dieser Verein nur ein Vollzugsorgan der div. Lobbyisten ist, seh ich schwarz... unhappy
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von PaulchenPanther » 08.06.2015, 10:42 

hmmm, womit dieser Thread in die übliche Huhn-oder-Ei bzw. Hund-und-Schwanz Diskussion abgleitet, was überhaupt nicht die Zielsetzung ist. Neben der Politik, die IMO eher Problemverursacher als Löser ist, gibt es allerdings auch noch soetwas wie DIN, VDE und weit besser freiwillige Selbstbeschränkung bzw. -motivation/-verantwortung.
Dies von jedem Hersteller angewendet fördert die Inovation, bietet den Mehrwert für den Verbraucher was er dann auch gerne honoriert und zwingt ggf. letztlich diese Vollzugsorgane die erforderlichen Anpassungen vorzunehmen.
- womit dieser Ausflug weg vom eigentlichen Thema aber auch beendet sein sollte. smile
v.G.
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von klassisch » 23.12.2015, 12:15 

Ser Beitrag ist jetzt schon ein paar Monate alt und es könnten Erfahrungen vorliegen.
Lt. Schaltplan und Beschreibung in ELV 2015/03 hat der Aktor Nulldurchgangserkennung und versucht daher das Relais möglicht nahe am Spannungsnulldurchgang zu schalten. Das sollte den Einschaltstrom bei kapazitiven Lasten wie Schaltnetzteilen in Grenzen halten. Es besteht daher die begründete Hoffnung, daß dier Relaiskontakte nicht kleben.
Hat sich das in der Praxis bestätigt?
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von k.brueser » 23.12.2015, 13:33 

Der Aktor ist gut und er hält schon eine Weile durch, bei Lichtschaltungen. Eteas anderes ist es, wie rainmaker schon geschrieben hat, bei höheren Lasten. Dafür benutze ich auch jetzt immer mehr ein Relais das man schnell austauschen kann. In Verbindung mit einem Relaissockel passen beide in den Verteiler und man muß keine eigenen Leiterplattenschaltungen entwerfen. So kann man den Aktor auch für höhere Lasten benutzen.
Übrigens. Man kann den Einschaltstrom zwar mit einem Nulldurchgang begrenzen, beim Abschalten gibt es aber auch einen "Funken" der die Kontakte so stark belasten kann, dass sie verbrennen oder "blind" werden.

Gruß
k.brueser
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