5x5x5 RGB-Led-Cube! – Eine Abhandlung mit Erfahrungen und Hinweisen.

Dieser Beitrag bezieht sich auf das folgende Produkt: ELV 5x5x5-RGB-Cube RGBC555, Bausatz ohne LEDs

Bestell-Nr. 68-10 50 43

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5x5x5 RGB-Led-Cube! – Eine Abhandlung mit Erfahrungen und Hinweisen.

von panulke » 13.12.2012, 16:02 geändert am 14.12.2012 11:27

Nachdem ich mit einer 4x4x4 RGB-Cube aus fern Ost sehr zufrieden war, habe ich mir mal den 5x5x5 RGB-Led-Cube Bausatz zugelegt. Der Preis für dieses Teil ist inklusive der CD mit Software angemessen. Die Bestellung war einfach und die Lieferung ging sehr schnell, da war ich vollauf begeistert. Nach dem Auspacken und der ersten Sichtung ließ die Begeisterung etwas nach, als ich die sehr dünnen Leiterbahnen und die sehr geringen Lötabstände z.B. bei den RGB-LED´s sah. Für mich ist das eine Herausforderung aber für einen Lötanfänger absolut nicht zu empfehlen. Dann habe ich noch alles gelesen, was da so an Text und Hinweisen mitgeliefert wurde. Ich fand die Beschreibung der Cube, Zusammenbau etc. etwas dürftig, mag jedoch für einen versierten Elektronikbastler ausreichend sein. Erläuterungen zum internen Testprogramm fehlen z.B. gänzlich.
Die Sache mit dem bleifreiem Lötzinn mag ja durchaus seine Berechtigung haben, aber ich hatte noch eine gößere Menge von dem anderen Lötdraht vorrätig, so mußte der natürlich schon aus Kostengründen und weil er sehr dünn war, für meine Lötungen herhalten.
Ja, nun schnell das nötige Werkzeug wie Miniflachzange, Miniseitenschneider, Lötnadel, Lupe, Glashaarpinsel, elektrostat. Unterlage, Stecknadeln und zusätzliches Lötmaterial, wie Löthonig, ein kleines nasses Schwämmchen (zum Abstreifen von überflüssigem und verbrauchtem Lötzinn vom Lötkolben sehr nützlich) zusammen gesucht und schon konnte ich mit dem Zusammenbau beginnen. Zu meinem Pech mußte ich dann noch feststellen, daß meine 12V Lötnadel defekt war. Bei dem Einlöten der LED´s ist aber unbedingt eine sehr dünne Lötspitze angebracht und notwendig, deshalb habe ich mir meinen etwas älteren 20 Watt Lötkolben geschnappt und zuerst die Löthilfe, die beim Einlöten der Led´s wirklich gute Dienste leistet, zusammengelötet. Danach wurde von mir die Lötspitze so lange mit einer Feile behandelt, bis sie dünn genug war. Das Löten klappte damit und mit meinem selbst hergestelltem Löthonig (Kolophonium aufgelöst in Spiritus), sehr dünn aufgetragen auf die Lötaugen, jedenfalls ganz gut. Das Löten selbst sollte meiner Erfahrung nach schnell erfolgen, da bei zu langer Lötzeit und zu geringer Temperatur sich die Lötaugen vom Leitermaterial lösen können, was ich selbstverständlich bei meinem Löten beachtete. Jedoch lassen sich auch bei diesen geringen Lötabständen Kurzschlüsse/Lötbrücken nicht vermeiden, deshalb ist eine genaue Kontrolle und ein Nachmessen der Lötstellen/Led´s mit einem Multimeter oder „Selbstbauprüfer“ dringend zu empfehlen. Lötbrücken zwischen einigen Lötaugen habe ich dann mit heißem Lötkolben und mit Hilfe einer Stecknadel beseitigt. Ein Test der RGB-Led´s vor dem Einbau erwies sich als richtig und notwendig, da nicht immer die Anschlüsse mittig und z.B. bei mir 2 Led´s gleich von Anfang an defekt waren. Ich hatte mir dazu eine einfache Schaltung auf einem Steckbrett aufgebaut, um die Led´s vor dem Einbau auf eine richtige Funktion zu prüfen(Rot, Grün und Blau mußten hier bei der Prüfung aufleuchten und ein Kurzschluß wurde von einer einfachen Led angezeigt). Die nicht mittigen Led´s habe ich dann zum Aufbau der untersten Ebene genommen (fällt hier etwas weniger auf). Nach jedem Einlöten wurden die Lötstelle und die Led auf ihre Funktion geprüft, so vermied ich eine spätere umständliche und schwierigere Fehlersuche. War meiner Meinung auch gut so, denn eine Led war nach dem Einlöten, wie sich herausstellte, defekt. Weiter geprüft wurde jetzt jede Ebene nach dem Zusammenlöten, so war ich mir sicher, daß alle Zuleitungen von den Anschlüssen bis hin zu den Led´s ohne Fehler sind. Dabei habe ich z.B. festgestellt, daß eine der sehr dünnen Leiterbahnen unterbrochen war. Leider habe ich die Stelle der Unterbrechung nicht gefunden, somit war ich gezwungen einen ca. 4cm sehr dünnen Draht einzulöten (stört nicht weiter, sieht man kaum). Nach Fertigstellung des Würfels und vor dem Auflöten auf die bereits vorher ohne Lötprobleme fertig gestellten Basisplatine, wurden nochmals alle 125 Led´s von den Anschlußpunkten an auf ihre elektrische Funktion geprüft. Hier stellte sich der erste richtige Erfolg ein, denn alle Farben jeder Led wurden angezeigt (Schulterklopfen!).
Das war wohl zu früh, denn nach dem Auflöten des Würfels auf die Basisplatine und beim erstem Testlauf leuchtete ganz links alles blau, die 2. Reihe weiß, die 3. gelblich und die beiden letzten Reihen wieder blau. Irgendwie funktionierten auch die Tasten nicht richtig und das kam mir komisch vor. Deshalb kontrollierte ich nochmals alle Lötstellen auf der Basisplatine, die Beschriftung „L“ war Links und „R“ war auf der rechten Seite, also richtig….., aber die Beschriftung auf den Träger mit den Led´s war seitenverkehrt. Ha, -…da habe ich den Würfel falsch aufgelötet! Jetzt den Würfel wieder von der Basis gelöst, ging mit Hilfe einer Zahnbürste ganz gut und schnell. Jetzt den Würfel gedreht, aufgelötet, dann erster Test. Wow-Effekt-, alle Led´s leuchteten weiß. Nun Standfestigkeit geprüft, hier und da gewackelt, keine Veränderung bemerkt und alle Led´s leuchten noch ohne Unterbrechung weiß. Nun wurden alle Tasten ausprobiert und siehe da, der Würfel reagierte. Das interne Testprogramm zeigte beim Bedienen der Tasten einen gleichmäßigen Farbverlauf aller RGB-Led´s an, dann leuchteten alle Led´s dargestellt als räumliche Farbpalette, welches sehr schön anzusehen ist, dann fingen einige Led´s an in verschiedenen Farben zu leuchten und letztendlich zeigte sich in der vordersten Ebene wirre Zeichen, die sich eine kurze Zeit später dann als eine Art Laufschrift entpuppten. Hier zeigten sich dann Zeichen, die nacheinander gelesen dies ergab : 5X5X5-RGB-LED-CUBE. Durch die milchige Farbe der Led´s sind die kleinen Leuchtpunkte innerhalb einer Led, auch bei einem genauem Hinsehen, kaum zu erkennen und das finde ich sehr gut.
So, nun noch schnell das Programm auf den Computer aufgespielt, ging wider Erwarten ohne Komplikationen. Habe den PC neu gestartet und siehe da, Treibersuche beginnt und dann wird angezeigt, daß ein neuer Treiber vorhanden ist. Den Treiber habe ich natürlich runter geladen und installiert, ging auch ohne Probleme. Nach dem Start des Programms konnte ich dann auch schon die Beispiele laden und ausprobieren. Nun habe ich die ersten Versuche einer Programmierung hinter mir. Festzustellen ist, daß das Programm selbst schon einiges zu bieten hat, so daß man sich sehr schnell einarbeiten kann und die Bedienung leicht zu erlernen ist. Trotzdem gibt es im Programm noch viel Potential zu Erweiterungen. Ich würde mir wünschen, daß ein einschaltbarer Zufallsgenerator, wenn gewünscht, die Farben z.B. einer Figur in einer Sequenz vor/nach oder in jedem Durchlauf ändert. Ein kleines, festes Farbmusterfeld zum Aussuchen immer gleicher Farben bei einem Neustart sollte unbedingt vorhanden sein. Das Zusammenführen von Beispielsequenzen müßte auch ohne die Benutzung eines externen Texteditors möglich sein. Die Umschaltung der Schnittstelle und die Benutzung des Spectrum-Analyzers sollte aus dem Programm heraus möglich gemacht werden.

Fazit: Die 5x5x5 Led-Cube ist ein sehr interessanter Raumschmuck mit großem Spaßfaktor, der hohe Ansprüche an jedem beim Zusammenbau stellt. Sorgfalt, Kontrolle und elektrische Prüfungen bestimmen weitgehendst alle Arbeitsabschnitte. Für Anfänger in der Elektronik und im Löten ist der Bausatz wenig geeignet. Kenntnisse über die Grundlagen der Prüfung und der Umgang mit elektrischen/elektronischen Bauelementen müssen in jedem Fall vorhanden sein. Das Programmieren mit dem Programm ist leicht und schnell erlernbar. Das Programm selbst könnte noch um einige Funktionen erweitert und verbessert werden. Es ist zu hoffen, dass die Entwickler eingebrachten Userwünschen Beachtung schenken und hier noch nachbessern. Im Forum selbst sollten in einer eigenen Rubrik von Usern freigegebene interessante und ansprechende Sequenzen veröffentlicht werden. Der 16-Mbit-Flasch-Speicher scheint zu wenig und könnte bei großen, anspruchsvollen Sequenzen vielleicht etwas zu klein sein.
Ansonsten ist den Entwicklern hiermit ein gutes, technisch anspruchsvolles Produkt gelungen.

panulke

P.S. Testschaltung ist zu finden unter folgender Url:
http://s7.directupload.net/file/d/3104/lf3kabvm_jpg.htm



panulke
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