ELV-Ratgeber im Bereich "Sicherheitstechnik"

ELV-Ratgeber zu: Um Klassen besser – Videoüberwachung mit HD-Technik

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Die Kameratechnik entwickelt sich ständig weiter. Nicht nur in der Action- und Freizeit-Kameratechnik findet man sie seit einiger Zeit HD-Videotechnik, auch in der Überwachungstechnik zieht die HD-Videotechnik ein.

Hochauflösende Bilderfassung und -aufzeichnung ist ein entscheidender Durchbruch in der Überwachungstechnik, denn mit der extrem hohen Bildauflösung einer Full-HD-Kamera ist es erst möglich, wirklich feine und wichtige Details wie Gesichter auch bei schlechteren Beleuchtungsbedingungen, Kfz-Kennzeichen oder Gesichter von Kfz-Insassen tatsächlich eindeutig zu erkennen. Denn solche Details können im Ernstfall wichtig werden. Hinzu kommen Ausstattungsdetails der Kameras wie Varioobjektive, echte Nachtsichtfunktionen, schaltbare Infrarotfilter, um die Kamera noch besser an den jeweiligen Einsatz anpassen zu können. Da hier Signalverarbeitung und -übertragung rein digital erfolgen, kommt es bei HD-Videoüberwachung auch zu keiner Qualitätseinbuße gegenüber rein analogen Übertragungswegen.

HD-SDI-Technik
Um die höchst mögliche Videoauflösung, die eine HD-Kamera ausgeben kann, auch verlustfrei wiedergeben zu können, ist eine unkomprimierte und unverschlüsselte Datenübertragung notwendig. Dafür hat sich in der Studiotechnik die professionelle Bildübertragungs-Schnittstelle HD-SDI (SDI = Serial Digital Interface) nach der Norm SMTPE 292M etabliert.

Über diese Schnittstelle ist es z. B. möglich, ein vorhandenes Überwachungssystem, das auf Koaxialverkabelung (75 Ω, BNC) basiert, auf HD-Übertragung umzurüsten, ohne das Kabelnetz austauschen oder auf ein Computernetzwerk umrüsten zu müssen.

Die Vorteile der HD-Übertragung liegen auf der Hand:

  • Sehr hohe Auflösung, so sind selbst kleinste Bilddetails erkennbar

     

  • Sehr hochwertige Darstellung auf großen Monitoren

Dem gegenüber stehen ein höhere Anschaffungspreis der Technik im Vergleich zur analogen Technik, eingeschränkte Leitungslängen und die nötige Anschaffung von HD-SDI-Recordern/-Monitoren. Bei Aufzeichnung, die ja ebenfalls verlustlos erfolgt, sind Speichermedien schneller gefüllt.

Wer ein Überwachungssystem nur teilweise umrüsten will, also z. B. nur am Hauseingang eine HD-SDI-Kamera installieren möchte, kann analoge PAL-Kameras problemlos an HD-SDI Hybrid Recorder anschließen. Ein HD-SDI Hybrid Recorder besitzt Signaleingänge für Kameras mit SD-SDI- und HD-SDI-Standard.



Die HD-SDI-Übertragung erfolgt gegenüber der analogen Übertragung mit hohen Bitraten von bis zu 2,970 GBit/s (FullHD, 1080p). Im Vergleich dazu erfolgt die SD-SDI-Übertragung mit nur max. 360 MBit/s (576i, PAL). Neben den Bild- und Tondaten sind per SDI auch weitere Daten wie z. B. Steuerdaten, übertragbar.

Die Leitungslängen betragen für HD-SDI max. 100 m, für SD-SDI 300 m. Als Kabelverbindung sind sowohl Koaxialkabel (75 Ω, BNC-Anschluss) als auch Glasfaserkabel einsetzbar.