ELV-Ratgeber im Bereich "Werkstatt"

ELV-Ratgeber zu: So gelingen Ihnen SMD-Rework-Arbeiten!

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SMD-Reparatur-Lötarbeiten stellen hohe Anforderungen an Werkzeug und Elektroniker, schließlich dürfen die filigranen Strukturen der Platine nicht zerstört werden. Auch die auszulötenden Bauteile sollen möglichst nicht durch die Lötarbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine besondere Herausforderung stellt bei SMD-Rework-Arbeiten das Auslöten des betroffenen Bauteils dar.

Nur eine materialschonende und saubere Bearbeitung der Leiterplatte ermöglicht das anschließende problemlose Einsetzen eines neuen Bauteils. Für das Auslöten (und je nach Rahmenbedingungen auch das Verlöten) bieten sich die Methoden „Heißluft“ und „Zangenlötkolben (Tweezer)“ an. Ich empfehle bei beiden Verfahren, die Handhabung der Entlötgeräte zunächst an nicht mehr genutzten Platinen zu üben, vor allem, die richtige Entlöttemperatur entsprechend Platinenmaterial und Bauteilart zu finden, da das materialschonende Entlöten ein wenig Erfahrung und Übung voraussetzt.

 

Tweezer

Der Tweezer ist die erste Wahl und ein preisgünstiges Instrument, wenn es darum geht, zweipolige SMD-Bauteile möglichst schnell und effizient zu entlöten. Der Tweezer vereint Lötkolben und Pinzette in einem Gerät. Die konstruktive Gestaltung dieses Werkzeugs ermöglicht das gleichzeitige Erhitzen beider Bauteilanschlüsse, der zangenartige Aufbau gestattet, je nach konkreter Gehäuseform, das gleichzeitige Greifen und Abheben des Bauteils. Die Handhabung ist fast schon selbsterklärend, wobei in der Praxis darauf zu achten ist, die Lötzeiten kurz zu halten (max. 2 s), damit die hohe Leistung des Tweezers Leiterplatte und Bauteil nicht überhitzt. Ggf. sollte dass Abheben des Bauteils mit einer kleinen Pinzette oder einem geeigneten flachen Werkzeug zusätzlich unterstützt werden. Das heiße Bauteil sollte unmittelbar nach dem Entlötvorgang zur Abkühlung auf einer hitzebeständigen Unterlage (z. B. Metallplatte) abgelegt werden.

 

Heißluft

Sobald SMD-Bauteile mit vielen Anschlussbeinchen und filigranem Rastermaß entlötet werden müssen, ist der Einsatz von Heißluft-Entlötanlagen fast schon unabdingbar. Bei dieser Technologie erfolgt die Erwärmung der Lötstellen durch einen heißen Luftstrahl. Dabei sind in der Regel neben Universal-Punktdüsen auch wechselbare individuelle Luftdüsen für verschiedenste Bauteilformen erhältlich. Bei diesem Verfahren werden die Pins des Bauteils aus 20 bis 30 mm Abstand so lange erwärmt, bis sich das Bauteil mit einer Pinzette (diese nicht zu lange in den Luftstrom halten – Verbrennungsgefahr) verschieben und von der Platine entnehmen lässt. Bei Einsatz einer Punktdüse nicht zu lange auf einen Punkt blasen, sondern kreisend über die Pins bewegen, ansonsten können sich Bauteil und Platine punktuell so stark erhitzen, dass beide unbrauchbar werden. Für beide o. g. Verfahren gilt: Bevor das neue Bauteil aufgelötet wird, sollten mit Hilfe von Entlötlitze alle betroffenen Lötflächen vorsichtig vollständig von Lötmittelresten befreit werden. Alte Flussmittelreste lassen sich dabei sehr gut mit Isopropanol (in jeder Apotheke erhältlich) und einem Wattestäbchen bzw. kleinem Papiertuch entfernen.

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