ELV-Ratgeber im Bereich "Werkzeug - Löttechnik"

ELV-Ratgeber zu: Richtig löten - moderne Löttechnik für sichere Verbindungen

0,00


Das Verlöten von Bauteilen im Weichlötverfahren ist die Verbindungstechnik in der Elektronik, sowohl beim Bestücken von Elektronikplatinen als auch beim Verbinden von Bauteilen untereinander. Dabei kommen je nach Anwendung (privater/kommerzieller Bereich) unterschiedliche Techniken und Werkzeuge zum Einsatz - vom einfachen Lötkolben bis hin zur kompletten Lötstraße in Reflow-/Infrarottechnik. Auch die verwendeten Lote sind je nach Anwendung, zu verlötenden Materialien und Lötwerkzeug sehr unterschiedlich.


1. Lötkolben – Einsatzbereiche, sicherer Umgang
2. Lötstationen – Auswahlkriterien und Einsatz
3. Heißlufttechnik, Reflowtechnik
4. Lötspitzen, Lote, Löttemperaturen, Pflege
5. Zusatzwerkzeuge und Materialien
6. Löttipps für Einsteiger

1. Lötkolben – Einsatzbereiche, sicherer Umgang

Lötkolben gibt es in verschiedenen Leistungsklassen und Ausführungen, sie je nach Aufgabe auszuwählen. Neben den üblichen Lötkolben, die entweder direkt am 230-V-Stromnetz oder einem Kleinspannungsnetzteil betrieben werden, gibt es Spezialversionen mit Batterie- und Gasbetrieb. Deren Vorteil ist die Möglichkeit, ortsunabhängig einsetzbar zu sein. Ein für die schnelle Lötbereitschaft wichtiges Kriterium ist die Anheizzeit, es gibt Modelle, die nur wenige Sekunden bis zur Lötbereitschaft benötigen.



Handlötkolben
Handlötkolben
Einfach handhabbar. Leistungsbereich 8 bis mehrere hundert Watt.

Unser Rat: Auf Modelle mit leicht wechselbaren Dauerlötspitzen achten, um möglichst viele Aufgaben, vom SMD-Löten bis zum Löten von Drähten, mit nur einem Lötwerkzeug lösen zu können.

Lötkolben mit Temperatureinstellung
Lötkolben mit Temperatureinstellung
Universell einsetzbar, da in der Lötspitzentemperatur in weiten Grenzen einstellbar und mit verschiedenen Lötspitzen an die Aufgabe anpassbar.

Batterielötkolben
Batterielötkolben
Löten weitab jeder Steckdose - mit moderner Akku- und Batterietechnik ist man nicht an eine stationäre Stromversorgung gebunden, z. B. bei Modellbauwettbewerben, Installationsarbeiten oder im Kfz-Bereich.

Gaslötkolben
Gaslötkolben
Universell einsetzbar, außer für mobile Lötarbeiten auch für Arbeiten mit Heißluft, für Schrumpfarbeiten, zum Hartlöten und Erwärmen.

Welcher Lötkolben wofür?

Lötkolben sind heute oft für eine bestimmte Aufgabe spezialisiert.

Löten an elektrostatisch empfindlichen Bauteilen


Löten an elektrostatisch empfindlichen Bauteilen
Nach Möglichkeit galvanisch netzgetrennte Lötstation mit Potentialausgleich einsetzen.

Löten auf Platinen

Löten auf Platinen
Feinlötkolben bis 30 W mit relativ geringer Lötspitzentemperatur, z. B. 350–380 °C

Löten an SMD-Bauteilen


Löten an SMD-Bauteilen
SMD-Speziallötkolben oder Tweezer an einer Lötstation

Löten an großen Bauteilen, Abschirmgehäusen, dicken Drähten


Löten an großen Bauteilen, Abschirmgehäusen, dicken Drähten
Universallötkolben mit Lötspitzentemperaturen 410–450 °C

Löten an Blechen, Kupfer usw.
Leistungslötkolben ab 100 W und 410 °C

Unser Sortiment an Handlötkolben finden Sie hier.

Sicherheit beim Arbeiten


Hitze
Die Metallteile und insbesondere die Lötspitze erreichen Temperaturen bis zu mehreren hundert Grad. Niemals berühren! Halten Sie Kinder und Haustiere vom Lötgerät fern, ebenso leicht brennbare Gegenstände bzw. solche, die durch die heiße Lötspitze beschädigt werden könnten. Besondere Vorsicht ist beim Einsatz von Gas- und Heißluftgeräten walten zu lassen, hier werden Flammentemperaturen von bis zu 2000°C erreicht!

Sichere Lötkolbenablage
Immer eine sichere Lötkolbenablage verwenden, die eine Hitzeableitung an umgebende Gegenstände sicher verhindert.

Verwenden Sie eine hitzefeste Unterlage für den Lötplatz, um Schäden z. B. durch herabtropfendes Lötzinn zu vermeiden.

Antistatik-Matte
Bei Lötarbeiten an elektrostatisch empfindlichen Bauteilen hilft eine Antistatik-Ausrüstung, statische Aufladungen sicher abzuleiten. Dazu gehört neben einer galvanisch netzgetrennten Lötstation mit Potentialausgleich auch eine Antistatik-Unterlage sowie ggf. ein Antistatik-Armband.

Lötdämpfe
Beim Löten entstehen Lötdämpfe, die vom Gesetzgeber als gesundheitsgefährdend eingestuft sind. Nach der Eliminierung der Schwermetalle Blei und Cadmium sind es heute bei RoHS-konformen Lötarbeiten („Bleifreies Löten“) vor allem die Flussmittel, die sich bei den jetzt höheren Löttemperaturen noch stärker als bisher zersetzen. So entstehen z. B. bei Kolophonium Aldehyde, die im Verdacht stehen, gesundheitsgefährdend zu sein. Auch deshalb ist Essen, Trinken und Rauchen am Lötplatz zu unterlassen.

Lötabsauganlage
Zusätzlich wirkt sich der erhöhte Niederschlag der Lötdämpfe qualitätsmindernd auf Platinen, Lötverbindungen und Bauelemente aus. Aus all diesen Gründen sind laut VBG 15 im gewerblichen und industriellen Bereich Lötabsauganlagen mit regelmäßig zu wechselnden Filtern vorgeschrieben.

Für den Hobby-Elektroniker mit gelegentlichen Lötdampf- Expositionen sind einfache Absauganlagen mit den üblichen, wechselbaren Aktivkohlefiltern der eigenen Gesundheit zuliebe zu empfehlen.

Lötrauch-Absauggeräte finden Sie hier.

2. Lötstationen - Auswahlkriterien und Einsatz

Auswahlkriterien
Lötstationen erlauben einen universellen Einsatz des Lötwerkzeugs, da hier die Lötspitzentemperatur in weiten Grenzen sehr genau und stabil vorwähl- und einstellbar ist. Zusätzlich bieten Sie Komfortfunktionen wie leistungsfähige Ansteuerung für das schnelle Aufheizen, schnell anwählbare Temperaturspeicher, Standby- und Abschaltautomatiken für sicheren und stromsparenden Betrieb, Sicherheits- und Warneinrichtungen für Defekte am Lötgerät sowie ESD-sichere Technik zur Vermeidung von Schäden an empfindlichen Bauteilen.

Leistung: Die Leistung einer Lötstation beschreibt, welche Menge an Wärmeenergie diese pro Zeiteinheit erzeugen kann. Je höher folglich die Leistung ist, desto mehr Wärme kann eine Lötstation auf seine Lötspitze übertragen. Grundsätzlich reichen 50 bis 60 W für gängige Lötarbeiten aus. Möchte man jedoch Materialien mit höherer Wärmeleitfähigkeit und vergleichsweise großem Materialvolumen (z. B. Kupferleitungen mit großem Querschnitt, Blechteile etc.) verlöten, sollte eine Lötstation mit mehr Leistung gewählt werden.

Löttemperatur: Gängiges bleifreies Lötzinn, z. B. vom Typ Sn99Cu1+ML, hat seinen Schmelzpunkt bei 227 °C. Eine Lötstation mit einer eingestellten Löttemperatur von 300 °C wäre somit für Lötarbeiten prinzipiell ausreichend. Tatsächlich kühlt eine Lötspitze jedoch herunter, sobald diese das Lötgut berührt. Derartige Temperatureinbrüche können mit einer höheren Löttemperatur kompensiert werden. Die Lötspitzentemperatur liegt so durchgehend weit genug oberhalb des Schmelzpunktes. Die Lötspitzentemperatur darf aber auch nicht zu hoch liegen, da sonst die zu verlötenden Komponenten Schaden nehmen könnten! Darüber hinaus würde das Flussmittel des Lotes bei zu langer Einwirkdauer verbrennen und die Lötstellen wären optisch und funktional mangelhaft. Für Standard-Lötarbeiten mit Sn99Cu1+ML hat sich in der Praxis eine Löttemperatur von etwa 350 °C bewährt. Speziallote für besondere Anwendungsfälle, z. B. S-Pb93Sn5Ag2, haben einen deutlich höheren Schmelzpunkt und erfordern folglich eine deutlich höhere Löttemperatur.

Anheizzeit: Die Anheizzeit gibt Auskunft darüber, wie lange es dauert, bis eine Lötstation aus dem kalten Zustand heraus nach dem Einschalten betriebsbereit ist. Lötstationen mit kurzen Anheizzeiten sind dann empfehlenswert, wenn diese nicht durchgängig, jedoch vergleichsweise häufig genutzt werden. So hat man eine schnelle Verfügbarkeit sowohl aus dem ausgeschalteten Zustand als auch aus dem Stand-by-Modus heraus.

Stand-by-Funktion & Abschaltautomatik: Lötstationen mit Stand-by-Funktion lassen die Lötspitzentemperatur in den nicht genutzten Phasen auf 100 bis 150 °C herunterkühlen. Die Lötspitzen werden dadurch geschont – der Verschleiß wird verringert und dadurch die Lebensdauer erhöht. Zusätzliche Sicherheit bieten Lötstationen mit Abschaltautomatik. Werden diese nach dem Einschalten längere Zeit nicht verwendet, wird die Stromzufuhr unterbrochen. Sowohl Brände als auch Verbrennungen lassen sich so vorbeugen. Bei vermehrter Nutzung im Hobby-Bereich sowie in der Industrie ist eine Lötstation mit Stand-by-Funktion und Abschaltautomatik daher ratsam.

Potentialausgleich: Viele elektronische Bauteile sind empfindlich gegenüber statischen Entladungen. Um eine Beschädigung derartiger Bauteile zu verhindern, können Lötstationen mit Potentialausgleich daher über einen Anschluss geerdet werden. Natürlich sind nicht alle Bauteile anfällig gegen statische Entladungen. Für Lötarbeiten an robusten Bauteilen ist ein Potentialausgleich nicht zwingend notwendig.

Passwortschutz: Mit der Hilfe eines Passwortschutzes lässt sich das Verstellen der Löttemperatur einer Lötstation durch Unbefugte verhindern. Dies ist besonders in der Industrie von Relevanz. Aber auch in Bildungseinrichtungen kann ein solcher Schutz sinnvoll sein.

Temperaturspeicher
Temperaturspeicher: Voreinstellbare Temperaturspeicher erlauben das schnelle Wechseln zwischen den meistbenutzten Lötspitzentemperaturen, z. B. 150°C für Lötpausen, 350°C für normale Lötarbeiten und 410°C für Lötarbeiten an großen Bauteilen.

Unser Sortiment an Lötstationen finden Sie hier.

3. Heißlufttechnik/Reflowtechnik


Heißlufttechnik
Heißlufttechnik
Die Heißluft-Löt- und Entlöttechnik findet vor allem im SMD-Bereich ihre Anwendung. Sie ist für das schonende und fachgerechte Verarbeiten empfindlicher SMD-Bauteile die richtige und auch im professionellen Bereich meist angewandte Methode. Dabei lassen sich punktgenau Bereiche der Platine, Lot und Bauteilanschlüsse erwärmen, um auch Bauteile, die durch Handlöten nicht mehr verarbeitbar sind, z. B. Miniaturbausteine im QFN-Gehäuse, schonend und fachgerecht zu ver- und entlöten.
Sowohl die Heißlufttemperatur als auch das Luftvolumen sind feín einstell- und damit an die zu verarbeitenden Bauteile anpassbar.
Ebenso sind zahlreiche Düsen für die verschiedenen Gehäusebauformen der Bauteile verfügbar.

So erfolgt das Entlöten mit Heißluft
Platzieren Sie die Düse direkt in einem Abstand von 5–10 mm (Einzelkontakte wie z. B. Widerstände: 3–5 mm) über dem zu verarbeitenden Bauteil (bei Einzelkontakten über den betreffenden Anschluss) und erwärmen Sie Anschlüsse und Lötpads.

Niemals mit der Düse auf das Bauteil, die Anschlüsse oder die Platine aufsetzen!

Wenn das Lötzinn bzw. der Kleber zu fließen beginnt, entfernen Sie das Bauteil vorsichtig mit einer Pinzette von seinem Platz. Wenden Sie beim Anheben des Bauteils auf keinen Fall Gewalt an, die Platine könnte dadurch zerstört werden.

Entfernen Sie überschüssiges Lötmittel mit Entlötlitze.

So erfolgt das Löten mit Heißluft
Geben Sie SMD-Lötpaste und ggf. Fluxmittel auf die zu verlötenden Lötpads und setzen Sie das Bauteil exakt auf die Lötpads auf.

Erwärmen Sie nun gezielt die Bauteilanschlüsse, bis die Lötpaste zu fließen beginnt.

Wenn das Löten aller Anschlüsse abgeschlossen ist, waschen Sie die Platine mit einem Deflux-Mittel ab.

Heißluft-Gasbrenner finden Sie hier.
Reflowtechnik
Reflowtechnik
Bei der Reflowtechnik erfolgt das Erhitzen einer kompletten SMD-Baugruppe über definiert gesteuerte Infrarotstrahlung. Dabei wird eine genau definierte und an das Lötobjekt und das verwendete Lot angepasste Temperaturkurve abgefahren, die ein exaktes Erwärmen und Abkühlen in mehreren Phasen realisiert. So können die Vorgaben der Bauteilhersteller exakt eingehalten werden. Auch ist hier eine besonders präzise Bauteilverarbeitung möglich - es gibt keine mechanische Beeinflussung wie beim Heißluftlöten, kein Verrutschen bei der Bauteilplatzierung per Zange/Pinzette, und dank exakter Lotpasten-Dosierung sind auch sehr feine Strukturen exakt verlötbar.

SMD-Lötstationen mit Reflowtechnik finden Sie hier.

4. Lötspitzen, Lote, Löttemperaturen, Pflege

Lötspitzen
Die Auswahl der Lötspitze erfolgt entsprechend der jeweiligen Lötaufgabe. Dabei spielt sowohl die Form als auch die Abmaße der Lötspitze eine Rolle.

Konische Lötspitze

Die konische („bleistiftspitz”) Lötspitze ist universell einsetzbar, da hier das Ansetzen der Lötspitze an die Lötstelle aus jeder Richtung und unter jedem Winkel möglich ist. Sie ist insbesondere für sehr feine Lötarbeiten geeignet.

Meißelförmige Lötspitze

Die meißelförmige Lötspitze ist auf zwei Arten nutzbar, einmal mit dem meißelförmigen Ende und einmal mit der Fläche der Spitze. So eignet sie sich für das Verzinnen von Bauteilen, Anschlüssen und Drähten ebenso wie für Lötstellen, bei denen benachbarte Lötstellen eng danebenliegen. Auch das flächige Verlöten und das Löten von konventionellen Bautelen (THT) ist hiermit einfacher.

Abgeschrägte Lötspitze

Die abgeschrägte Lötspitze ist sehr gut für das Verzinnen von Drähten und Bauteilen geeignet. Außerdem ist hiermit eine gute Führung der Lötspitze auf der Lötstelle, z. B. beim Entlöten, gegeben und man kann schnell und sauber Reihen von Bauteilanschlüssen, z. B. an SMD-ICs, verlöten.

Lote
Lote („Lötzinn”) sind für die mechanisch feste und leitende Verbindung von Metallen vorgesehen. Dabei wird zwischen Weichlöten (Schmelzpunkt <450°C) und Hartlöten (Schmelzpunkt >450°C) unterschieden. In der Elektronik/Elektrotechnik kommt das Weichlöten zum Einsatz. Das hierfür eingesetzte Lot schmilzt, je nach Zusammensetzung, bereits bei Temperaturen ab 180 °C und besteht, je nach Art, aus Legierungen aus Zinn und Blei sowie weiteren Metallzusätzen. Konfektioniert wird es als Lötdraht mit innenliegender Flussmittelseele (Kolophonium), so dass Flussmittel und Lot gleichzeitig verarbeitet werden können. Das Flussmittel schützt bei der Verarbeitung das empfindliche Lot vor dem Einfluss des Luftsauerstoffs und damit vor Korrosion.

Bleifrei oder nicht?
Die ROHS-Richtlinie 2011/65/EU verbietet den Einsatz bestimmter Gefahrstoffe in der industriellen Fertigung. Bei Lötzinn gilt dies seitdem für Blei. Allerdings ist der Einsatz von bleihaltigem Lötzinn im privaten Bereich und bestimmten weiteren Bereichen nach wie vor erlaubt.

Lötzinn bleihaltig
Das bleihaltige (Standard-) Lötzinn besteht aus einer Legierung aus Zinn (Sn) und Blei (Pb) und je nach angestrebtem Schmelzpunkt weiteren Metallen in geringer Menge in einer bestimmten Zusammensetzung, die den Schmelzpunkt festlegt. Eine weit verbreitete Legierung ist Sn60Pb40 mit einem Schmelzpunkt um 185°C. Es ist für Handlötungen in der Elektrotechnik und in der Elektronik geeignet. Es ist für Lötanfänger in vielen Fällen einfacher zu verarbeiten als bleifreies Lötzinn. Man sollte niemals bleihaltiges und bleifreies Lötzinn an einem Objekt verarbeiten, z. B. bei einer Reparatur. Hier kann es, vor allem aufgrund der unterschiedlichen Verarbeitungstemperaturen, zu verschiedenen negativen Effekten, von der nicht oder nur sporadisch leitenden Lötstelle bis hin zu mechanischen Beschädigungen, Ablösungen etc. kommen.

Lötzinn bleifrei
Beim bleifreien Lötzinn wird das Blei durch Legierungen des Zinns mit Kupfer und/oder Silber ersetzt. Diese Legierungen haben jedoch einen höheren Schmelzpunkt als bleihaltiges Lot. dies ist bei der Verarbeitung zu beachten: es ist eine höhere Löttemperatur (je nach Typ bis zu 50 K) erforderlich, die Bauteile müssen mit dieser höheren Löttemperatur verarbeitbar sein, und man muss bei der Lötspitze sauber trennen - niemals eine Lötspitze für beide Lotarten einsetzen!

Bei der Handlötung sind bei mangelnder Löterfahrung Fehler durch Korrosion („Krätze”) versprödete Lötstellen, mangelnde mechanische Festigkeit der Lötstelle, vorzeitiger Verschleiß (Kupferverlust an das Lot) und erhöhter Lötmittel-Oxidation der Lötspitze und Bauteil- oder Platinenschäden wegen des insgesamt höheren Wärmeeintrags sowie eine schlechte optische Unterscheidung zwischen herkömmlicher kalter Lötstelle und der auch bei richtiger Verarbeitung matt erscheinender bleifreier Lötstelle schnell möglich. Derartigen Effekten wird von den Lot-Herstellern zunehmend besser durch spezielle Zusammensetzungen, z. B. durch Beifügung von Germanium und Nickel, begegnet. Bei der Verarbeitung von bleifreiem Lötzinn sollten auch möglichst von den Bauteilherstellern hierfür deklarierte Bauteile eingesetzt werden.


Bild: Große Platine: Mangelhafte Handlötung mit bleifreiem Lötzinn. Kleine Platine: Exakte Handlötung mit Sn99Cu1 + ML
Probleme beim Bleifrei-Löten beseitigen
Lötspitzen
Um beim Handlöten mit bleifreiem Lot die systembedingten Probleme zu umgehen, sind folgende Maßnahmen zu empfehlen:
Einsatz von für das Bleifrei-Löten zugelassenen Bauteilen und Platinen

Vermehrtes Reinigen der Lötspitze, um Oxidationsrückstände und damit schlechten Wärmekontakt zu vermeiden, Lötspitze immer, insbesondere auch vor dem Abschalten, verzinnt halten

Lötspitze nur solange mit erhöhter Temperatur betreiben, wie zum Löten nötig, dazwischen Stand-by-Temperatur einstellen. Hier ist eine Lötstation mit schneller Aufheizzeit und genügend Leistungsreserven von Vorteil. So wird der Verzunderung der Lötspitze und damit dem schnellen Verschleiß vorgebeugt.

Einsatz von Lot mit Flussmittel, das eine hohe Temperaturbeständigkeit aufweist und während des Aufschmelzens nicht spritzt sowie die Lötstelle optimal benetzt.

Etwas längere Lötzeit, um ein besseres Fließen des Lötzinns zu erreichen

Genau an die Lötaufgabe angepasste Lötspitze verwenden, um eine schnelle und großflächige Wärmeübertragung zu gewährleisten.


Bild: Die große Vielfalt an verfügbaren Lötspitzen für jedes System gewährleistet eine genaue Anpassung an jede Lötaufgaben
Was ist No-Clean?
No-Clean-Lötzinn hat ein auf Bleifrei-Löarbeiten spezialisiertes Flussmittel, dessen Aktivierungsverhalten so eingestellt ist, dass es zur verbesserten Benetzung der Lötstelle ohne Spritzen, mit verringerter Lötstellenkorrosion und Aktivität kommt. So muss die Löstelle nicht nachträglich gereinigt werden, lässt sich insgesamt besser verarbeiten, und weist eine verbesserte Optik auf.

Lötspitzen-Pflege

Lötspitzen-Pflege Temperatur
Nicht mit zu hoher Temperatur arbeiten - Angaben des Lotherstellers gerade einhalten

Lötschwamm


Vor jedem Lötvorgang die Spitze reinigen, entweder mit einem befeuchteten Lötschwamm oder, noch besser, da die Lötspitzentemperatur dabei nicht so stark abfällt wie bei der Nassreinigung, einem Messingschwamm

Lötspitze
Vor jeder Lötpause die Lötspitze mit Lötzinn benetzen, um das Ausbilden einer Korrosionsschicht zu vermeiden, die eine gute Lotannahme behindern würde

Lötpause
Bei jeder längeren Lötpause, z. B. bei zwischenzeitlichen Montagearbeiten, die Lötstation auf Stand-by bzw. manuell auf 150°C schalten

Aktivator
Keine mechanische Reinigung mit scharfen Werkzeugen, z. B. Feile, stattdessen zum Reinigen einen Lötspitzenaktivator einsetzen - einfach die heiße Lötspitze auf dem Aktivator abstreifen

Unser Sortiment an Lötzinn finden Sie hier.

5. Zusatzwerkzeuge und Materialien


Zusatzwerkzeuge und Materialien
Wichtig beim Löten ist eine stabile Lage der zu verlötenden Komponenten.

Dazu gibt es Löthilfen („dritte Hand”), Platinenhalter, verstellbare Schraubstöcke, Spezialpinzetten. Diese sorgen für sichere Fixierung, optimale Sicht auf die Lötstellen und ruhiges, entspanntes Arbeiten. Kaum etwas ist schädlicher wie eine während des Lötens bewegte Lötstelle - die Folge ist mangelnde mechanische Festigkeit, Versprödung oder gar die kalte Lötstelle.

Zur Reinigung von Bauteilanschlüssen und Lötflächen setzt man Glasfaserstifte oder Messingdraht-Reinigungsbürsten ein.

Für das Benetzen von Lötstellen und Entfernen von Oxyiden, insbesondere bei SMD-Anwendungen gibt es spezielle Flussmittel, die nicht bei Kontakt mit der Lötspitze sofort verdampfen: Flussmittelgel. Verschiedene Dosierspitzen erlauben einen exakten Auftrag bis hinein in den Finepitch-Bereich.


Unser Sortiment an Löt-Zubehör finden Sie hier.

6. Löttipps für Einsteiger


Tipps
Stellen Sie Lötgerät, Lötspitze, Lötzinn in einer abgestimmten Kombination zusammen. Das Lötgerät muss ausreichend Leistung haben und vor allem den Temperaturbereich realisieren, den das verwendete Lötzinn vorgibt. Hier ist eine Löstation mit ihren weiten Einstellbereichen und schneller Nachheizung oft die bessere und zukunftssicherere Wahl als ein einfacher Lötkolben.

Achten Sie beim Kauf des Lötgerätes darauf, dass es schnell auswechselbare Lötspitzen mit verschiedenen Spitzenformen und -durchmessern gibt.

Reinigen Sie Lötspitze, Lötstellen und ggf. Bauteilanschlüsse von Oxydschichten und Verunreinigungen - dabei keine materialabtragenden Werkzeuge wie Feile, Schleifwerkzeuge, Kratzer etc. einsetzen! Je nach Bauteil, Platine etc. Glasfaserstift oder technischen Alkohol einsetzen.

Wählen Sie keine höhere Lötspitzentemperatur, als für das eingesetzte Lötzinn und die Lötaufgabe nötig, dies vermeidet unnötigen Verschleiß.

Fixieren Sie die zu verlötenden Komponenten, so dass sie sich während des Lötens nicht bewegen können. Drahtenden sollten verdrillt oder komplett verzinnt werden. Zu bestückende Bauteile müssen auf der Bestückungsseite sicher gehalten werden, damit sie beim Verlöten nicht verrutschen können. Während des Lötens bewegte Teile führen zu einer kalten Lötstelle, hier ist keine sichere mechanische und elektrische Verbindung gegeben. SMD-Platinen befestigen Sie z. B. mit doppelseitigem Klebeband auf der Arbeitsunterlage.


SMD-Bauteile
SMD-Bauteile verlötet man bei Handlötung am einfachsten, indem man ein Lötpad an einer Ecke zunächst etwas verzinnt, dann das Bauteil mit einer Pinzette auf den Lötpads platziert, am bereits verzinnten Pad verlötet, dann den gegenüber liegenden Bauteilanschluss verlötet, nochmals die saubere Lage aller Pins auf den zugehörigen Lötpads kontrolliert und die restlichen Pins verlötet. Bei ICs mit vielen Pins nicht alle Pins unmittelbar hintereinander löten, sonst kann es zur Überhitzung des Bauteils kommen. Nur kurz löten, dabei immer darauf achten, dass die Lötspitze sauber ist, um schnell die Wärme zu übertragen.

1. Ein Pad mit wenig Lötzinn
benetzen
2. So sieht die mit Lötzinn
benetzte Lötstelle aus
3. Lötstelle mit Lötkolben
erwärmen und gleichzeitig
das Bauteil platzieren
4. Das Bauteil ist nun an der
Seite eingelötet
5. Entgegengesetzte Lötstelle
verlöten
6. Fertig verlötetes Bauteil
Verzinnen Sie Lötflächen, die höhere Ströme tragen müssen, z. B. die eines Relais-Schaltkontakts oder die Anschlüsse einer Stromversorgung, großzügig. Gleiches gilt dort, wo die Lötstellen eine tragende mechanische Funktion haben.

Erwärmen Sie zuerst die Lötstelle kurz mit der Lötspitze, bevor Sie das Lötzinn heranführen. So ist die Lötstelle bereits vorbereitet und man kann sich im nächsten Arbeitsgang auf das Schmelzen und Fließen von Lötzinn und Flussmittel konzentrieren. Nur solange Wärme zuführen, bis das Lötzinn die Lötstelle komplett füllt und silbrig (bei bleifreiem Lötzinn etwas stumpfer) glänzt. Andererseits führt zu kurzer Wärmeeintrag zu porösen und nicht leitenden Lötstellen, die auch keinen mechanischen Halt haben.

Nicht zuviel Lötzinn an Bauteilanschlüssen auftragen, insbesondere bei SMD-Bestückung. Neben der Gefahr von Schlüssen benachbarter Anschlüsse besteht die gefahr einer inhomogenen Lötstelle mit mechanisch-elektrischen Schwächen.

Erscheint die Lötstelle porös-spröde und stumpf, so handelt es sich um eine kalte Lötstelle - nachlöten, ggf. das bereits aufgetragene Lötzinn mit Entlötsaugpumpe, Messingbürste oder Entlötlitze entfernen.

Reinigen Sie immer wieder die Lötspitze mit einem Messingschwamm oder einem feuchten Lötschwamm, um die Wärmeleitung der Lötspitze zu erhalten. Eine oxidierte Lötspitze bildet eine erhebliche Wärmeisolationsschicht, die das Schmelzen und Ausbilden einer sauberen Lötstelle erheblich behindert.

Schneiden Sie nach dem Verlöten überstehend Bauteilanschlüsse mit einem Seitenschneider ab. Beschädigen Sie dabei nicht die Lötstelle selbst, diese könnte sich lösen.

Dieser ELV-Ratgeber ist zu folgenden Artikeln hilfreich:
EUR 32,95*
EUR 30,17*
EUR 0,99*
EUR 4,95*
EUR 4,95*
EUR 2,95*
EUR 4,95*
EUR 4,95*
EUR 1,95*
EUR 1,50*
EUR 2,50*
EUR 2,50*
EUR 3,50*
EUR 4,50*
EUR 4,95*
EUR 3,95*
EUR 3,50*
EUR 3,50*
EUR 3,50*
EUR 7,95*
EUR 4,50*
EUR 4,95*
EUR 3,50*
EUR 3,50*
EUR 6,95*
EUR 9,95*
EUR 8,99*
EUR 10,70*
EUR 9,95*
EUR 6,95*
EUR 70,47*
EUR 19,86*
EUR 8,95*
EUR 14,95*
EUR 39,95*
EUR 22,95*
EUR 28,95*
EUR 2,45*
EUR 3,25*
EUR 3,65*
EUR 3,65*
EUR 3,65*
EUR 3,95*
EUR 6,95*
EUR 5,95*
EUR 112,22*
EUR 15,39*
EUR 2,95*
EUR 9,80*
EUR 12,95*
EUR 34,43*
EUR 4,95*
EUR 65,99*
EUR 8,95*
EUR 1,20*
EUR 1,50*
EUR 1,80*
EUR 2,50*
EUR 8,50*
EUR 7,95*
EUR 7,50*
EUR 7,50*
EUR 12,95*
EUR 5,64*
EUR 89,90*
EUR 2,20*
EUR 2,50*
EUR 2,70*
EUR 2,90*
EUR 8,50*
EUR 15,64*
EUR 7,50*
EUR 2,95*
EUR 9,95*
EUR 0,95*
EUR 1,00*
EUR 2,75*
EUR 2,40*
EUR 4,95*
EUR 8,95*
EUR 6,07*
EUR 26,00*
EUR 13,99*
EUR 10,00*
EUR 21,80*
EUR 231,79*
EUR 5,95*
EUR 31,44*
EUR 7,95*
EUR 32,90*
EUR 14,85*
EUR 79,95*
EUR 289,00*
EUR 28,20*
EUR 19,95*
EUR 2,15*
EUR 499,00*
EUR 7,95*
EUR 6,95*
EUR 6,50*
statt EUR
499,00
**
EUR 449,00*
EUR 189,00*
EUR 44,95*
EUR 7,19*
EUR 8,19*
EUR 3,14*
statt EUR
25,94
**
EUR 19,95*
EUR 49,95*
EUR 51,95*
EUR 6,99*
EUR 49,95*
EUR 5,95*
EUR 27,95*
EUR 59,95*
EUR 23,95*
EUR 5,95*
EUR 27,95*
EUR 210,23*
EUR 241,10*
EUR 93,28*
EUR 117,20*
EUR 7,95*
EUR 7,95*
EUR 9,95*
EUR 10,95*
EUR 6,95*
EUR 6,95*
EUR 6,95*
EUR 6,95*
EUR 6,95*
EUR 6,95*
EUR 2,10*
EUR 6,80*
EUR 3,95*
EUR 149,95*
EUR 26,95*
EUR 27,95*
EUR 75,93*
EUR 56,35*
EUR 21,13*
EUR 9,48*
EUR 77,27*
EUR 119,95*
EUR 13,50*
EUR 6,95*
EUR 10,95*
EUR 4,95*
EUR 3,95*
EUR 59,95*
EUR 9,90*
EUR 11,38*
EUR 9,17*
EUR 3,50*
EUR 3,38*
EUR 3,86*
EUR 4,05*
EUR 6,89*
EUR 24,01*
EUR 40,12*
EUR 31,87*
statt EUR
89,95
**
EUR 79,95*
EUR 2,45*
EUR 0,99*
EUR 8,96*
EUR 4,95*
EUR 2,50*
EUR 2,50*
EUR 2,50*
EUR 15,95*
EUR 15,49*
EUR 29,95*
EUR 37,33*
statt EUR
134,95
**
EUR 119,95*
EUR 2,95*
EUR 10,27*
EUR 9,95*
EUR 9,90*
EUR 19,95*
EUR 349,00*
EUR 6,95*
EUR 9,95*
EUR 22,50*
EUR 99,95*