ELV-Ratgeber im Bereich "Kfz-Technik"

ELV-Ratgeber zu: Reifendruck-Kontrollsysteme – Ihr Plus an Sicherheit

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Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal den Luftdruck Ihrer Reifen geprüft?

Laut Reifenhersteller Bridgestone überprüfen gerade einmal 40% aller Autofahrer regelmäßig den Reifendruck ihres Fahrzeugs. Der ADAC empfiehlt die regelmäßige Kontrolle mindestens alle 14 Tage.

Mit einem Reifendruck-Kontrollsystem hat man es einfach – hier genügt ein Blick auf das Display im Cockpit.

 

Reifendruck-Kontrollsysteme bieten überzeugende Vorteile:

  • Erhöhung der Fahrsicherheit
  • Schleichender Druckverlust wird sofort bemerkt
  • Exakter Reifendruck reduziert den Kraftstoffverbrauch und vermindert den Reifenverschleiß
  • Einfach und preiswert ohne Fachwerkstatt montierbar
  • Für Winter- und Sommerräder einsetzbar


Reifenpannen sind laut ADAC die dritthäufigste Pannenursache. Im Jahr 2011 mussten ADAC-Pannenhelfer deshalb mehr als 150.000 Einsätze fahren. Dabei ist die profane Pannenhilfe noch die harmlose Variante. Nicht bemerkter Druckverlust, schleichende, nicht bemerkte oder plötzliche Reifenschäden haben z. B. im Jahr 2009 zu 1710 Verletzten im Straßenverkehr geführt (Quelle: ADAC-Motorwelt 4/2011).
In der Konsequenz, und auch, um Kraftstoff zu sparen und damit die Umwelt zu schonen, hat die EU (ECE-Richtlinie R64) für alle Neufahrzeuge, die ab 1. November 2014 ausgeliefert werden, verbindlich festgelegt, dass diese ab Werk mit Reifendruckkontrollsystemen auszurüsten sind.

Für alle bis dahin gebauten Fahrzeuge gibt es zahlreiche, einfach installierbare Nachrüstsysteme. Diese haben gegenüber direkt messenden Werkssystemen den Vorteil, dass man keine Doppelausstattung für Sommer- und Winterreifen benötigt. Außerdem kann bei ab Werk installierten Systemen unter Umständen der Radwechsel künftig deutlich teurer werden, da zwischen Sommer- und Winterbetrieb auch die fest installierten Reifendruckkontrollsysteme jeweils neu eingerichtet bzw. umgebaut werden müssen. Dies entfällt beim Nachrüstsystem. Der Besitzer kann mit wenigen Handgriffen sein System zwischen den einzelnen Reifenarten wechseln.

 

Reifendruck-Kontrollsysteme – Notwendigkeit und Vorteile im Detail:

  • Hohe Fahrsicherheit durch ständige Kontrolle und sofortigen Alarm beim Abweichen vom individuell einstellbaren Normbereich.
    Zu geringer Luftdruck führt zu verringerter Spurführung, vor allem in Kurven und bei voll besetztem/beladenem Fahrzeug. Dazu kommt eine deutliche Bremswegverlängerung. So hat der ADAC in Tests ermittelt, dass ein Luftdruck-Defizit von 1,0 bar zu einer Bremswegverlängerung von ca. 10% bei nasser Fahrbahn führt – bei 100 km/h fehlt zum Schluss eine ganze Fahrzeuglänge...
  • Durch ständige Kontrolle des richtigen Reifendrucks kein Fahren mit zu wenig Luftdruck möglich – das reduziert den Kraftstoffverbrauch und den Reifenverschleiß.
    Warum? Zu wenig Luftdruck erhöht den Rollwiderstand des Reifens und damit des gesamten Fahrzeugs. Hier sind Mehrverbräuche bis zu 0,5 l/100 km möglich. Zu geringer Luftdruck führt auch zu vorzeitigem Reifenverschleiß. Der Reifen walkt mehr, dadurch treten stärkere Verformungen, größere Hitze und steigende Gefahr von Durchschlägen beim Überfahren von Gegenständen und Hindernissen  auf. Außerdem erfolgt der Profilabrieb unregelmäßig, der Reifen muss vorzeitig gewechselt werden und kann extreme Situationen (Seitenführung, Regenfahrt) nicht mehr ausreichend bewältigen.
  • Extrem einfache Montage ohne Werkstattkosten – einfach die vorhandenen Ventilkappen gegen Funksensoren austauschen, das Display mit integriertem Funkempfänger im Cockpit befestigen, Einstellungen vornehmen – fertig!
    Vorteile eines Nachrüstsystems: schneller, kostenfreier Wechsel bei einem Reifenwechsel möglich, z. B. bei Umstellung zwischen Sommer- und Winterreifen. Viele Systeme bieten zudem Erweiterungsmöglichkeiten für Anhänger und zusätzliche Achsen sowie Reservereifen.

 


Weitere Informationen finden Sie beim ADAC:

www.adac.de

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