ELV-Ratgeber im Bereich "Multimedia - Audio/Video"

ELV-Ratgeber zu: Die Planung und Errichtung einer Satellitenempfangsanlage!

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Eine komplette Satelliten-Empfangsanlage besteht aus Antenne mit LNB, Antennenkabel/Erdung, bei mehreren Empfängern: Verteilung, Anschlussdose.
Planung
Eine Satelliten-Empfangsanlage besteht aus:
  • Antenne,
  • Stabile Halterung,
  • LNB für die jeweilige Anzahl an Teilnehmer und zu empfangenden Satelliten,
  • Antennenkabel,
  • Multischalter und
  • Receiver (wenn dieser benötigt wird).
1. Antenne
Die Antenne ist das Herzstück einer Satelliten-Empfangsanlage. Je nach örtlichen Gegebenheiten

Parabolantenne:
  • Mindestens einen Durchmesser von 60 cm
  • Je mehr Teilnehmer, desto größer
  • Bei höherer Niederschlagsintensität am Ort bzw. ungünstiger Satellitenrichtung größere Antenne wählen
  • Auf stabile, sorgfältig beschichtete Ausführung ("Stahlspiegel") achten
Achtung: Bei Mietwohnung Einverständnis des Vermieters einholen! Zusätzlich LNB erforderlich.

Passende Sat-Spiegel finden Sie hier
Flachantenne:
  • sehr unauffällig
  • häufig LNB bereits integriert
Achtung: auf angegebene Teilnehmerzahl oder Multischalterfähigkeit achten, sonst meist nur ein Teilnehmer möglich.

Passende Sat-Spiegel finden Sie hier
Halterung:
  • auf stabiles Montagematerial achten
  • Halterung entsprechend des optimalen Montageortes wählen
Achtung: Antenne muss absolut windstabil montiert werden, sonst drohen Unfälle und ständige Empfangsprobleme.

Passende Halterungen finden Sie hier


2. LNB
Die richtige LNB entscheidet darüber ob Sie einen Multischalter benötigen oder bis zu 8 Empfangsgeräte mit einem separaten Kabel direkt mit der Antenne verbinden können. Je nach Anforderung ist die richtige LNB anhand folgender Tabelle zu wählen.

LNB Monoblock-LNB Unicable-LNB

Typ LNB(s)
Anzahl Teilnehmer LNB
1 Satelliten-
Empfang
(z. B. Astra)
1 Teilnehmer Single-LNB
2 Teilnehmer Twin-LNB
mehr als 2 Teilnehmer Quad-LNB: direkter Anschluss von bis zu 4 Teilnehmern
Quattro-LNB: für Anschluss an einen Multischalter, erst
dieser verteilt das Signal auf die einzelnen Teilnehmer
Unicable-LNB: Überträgt an bis zu 24 Teilnehmer über eine vorhandene Stammleitung
Mehr-Satelliten-
Empfang
(z. B. Astra
und Eutelsat)
1-/Mehr-Teilnehmer Monoblock-LNB: in einem Monoblock-LNB sind mehrere LNBs fest gekoppelt
(siehe ELV Shop)


3. Antennenkabel
  • Möglichst hochwertiges, mehrfach geschirmtes Kabel einsetzen
  • Länge reichlich kalkulieren - lieber kürzen als verlängern!
  • Bei komplizierten Kabelwegen ggf. Flachkabel einsetzen, ist ohne Bohren durch einen Fenster- oder Türrahmen führbar
  • Für Twin-/Quad-/Quadro-/Mehrfach-LNBs Mehrfach-Kabel einsetzen
  • Kabel sauber mit Mauerschellen befestigen

Arbeit für den Elektro-Fachmann: Bei auf dem Dach montierter Antenne Erdung des Antennenträgers entweder an der vorhandenen Blitzschutzanlage oder am Potentialausgleich des Gebäudes vornehmen, VDE-Vorschriften beachten.

Passendes Antennenkabel finden Sie hier


4. Signalverteilung
Multischalter bieten, gegenüber eines direkten Anschluss aller Teilnehmer an den LNB, folgende Vorteile:
  • Einfach um weitere Teilnehmer zu erweitern
  • Einspeisung von terrestrischen Signalen wie UKW, DVB-T und DAB/DAB+
Allerdings muss auch wie bei einem direkten Anschluss aller Teilnehmer an den LNB von jedem Teilnehmer eine separate Koax-Leitung zum Multischalter gelegt werden.

Passende Multischalter finden Sie hier

Sollten Sie eine Mietwohnung bewohnen und Ihr Vermieter erlaubt zwar das Anbringen einer Satelliten-Antenne aber keine Bohr- und Bauarbeiten zum Verlegen der notwendigen Kabel, können Sie zur Signalverteilung folgende Möglichkeiten nutzen:
  • Einkabel-Verteilung mit spezieller Signalaufbereitung und Verteilung über das vorhandene Antennenkabel können Sie das Sat-Signal einfach über die bestehende Kabel-TV-Ringleitung verteilen. Dazu müssen Sie das Sat-Signal an geeigneter Stelle einspeisen.
  • Verteilung über das Computer-Netzwerk (z. B. dLAN/Stromnetz, LAN, WLAN) mit Sat>IP. Das Sat-Signal wird hierbei in IP-Datenpakete umgewandelt, sodass die Verteilung über jedes Computer-Netzwerk möglich wird.

    Passende Sat>IP-Lösungen finden Sie hier

  • Per Funk (Receiver auf den Dachboden in Antennennähe, Ton- und Bildverteilung über 2,4-GHz-Funk, nur FBAS). Hier darauf achten, dass eine Rückkanalstrecke für die Fernbedienung des Receivers vorhanden ist.

5. Receiver (kann im TV-Gerät integriert sein)

Passende Receiver finden Sie hier

Errichtung
Bei der Errichtung einer Sat-Anlage ist vor allem das Anbringen der Sat-Antenne wichtig, da ohne eine optimal Platzierung kein guter oder im schlimmsten Fall gar kein Empfang möglich ist.

1. Anbringungsort des Sat-Spiegels
Sollten Sie eine Halterung samt Spiegel an Ihrem eigenen Haus oder Wohnung installieren wollen bzw. wurde es Ihnen von Ihrem Vermieter in dem Fall, dass Sie zur Miete wohnen, erlaubt, wird empfohlen eine fest installierte Wand- oder Dachsparrenhalterung zu nutzen.

Für den Fall, dass Sie von Ihrem Vermieter keine Erlaubnis haben einen Spiegel fest anzubringen, gibt es die Möglichkeit diesen dennoch per Balkon-, Geländerhalterung oder anderen Systemen aufzustellen, die keine Bohr- und Bauarbeiten benötigen.

In beiden Fällen muss die Antenne sicher montiert und direkt auf den Satelliten (Richtung süden) ausrichtbar sein.
  • Wählen Sie für die Antenne einen Anbringungsort in südlicher Himmelsrichtung, dieser sollte nicht durch Passanten oder Fahrzeuge beeinträchtigt werden
  • Achten Sie bei der Verwendung einer Wandhalterung darauf, dass sich diese weit genug weg von Fenstern bzw. dem seitlichen Rand oder oberen Ende der Wand befindet.
    Achtung: Die Wandhalterung sollte nur an stabilem Mauerwerk aus Backstein, Stein oder Beton angebracht werden
  • Um zu prüfen ob der von Ihnen gewählte Anbringungsort geeignet ist, stellen Sie sich an die Stelle an der die Antenne installiert werden soll und kontrollieren Sie ob Sie in Richtung Süden freie Sicht haben. Die Sicht sollte nicht direkt von Häusern, Bäumen oder anderen Hinderessen beeinträchtig werden.
    Grundsätzlich gilt Hindernisse in südlicher Richtung dürfen nur halb so groß sein, wie sie entfernt sind, damit diese den Empfang nicht beeinträchtigen.


2. Ausrichtung
Neben dem richtigen Anbringungsort muss die Satelliten-Antenne richtig auf den zu empfangenden Satelliten ausgerichtet werden, um einen stabilen und guten Empfang zu gewährleisten.

Bei der Ausrichtung der Antenne wird von dem Begriffspaar Azimut- und Elevationswinkel gesprochen.
Der Azimutwinkel beschreibt die horizontale Ausrichtung der Antenne.
Der Elevationswinkel beschreibt die vertikale Ausrichtung der Antenne.

Für die einfache Fein-Ausrichtung der Sat-Antenne empfehlen wir einen Sat-Finder. Passende Geräte finden Sie hier
  1. Identifizieren Sie einen markanten Punkt wie Kirchturm, Baum oder Gebirge in Richtung Süden
  2. Richten Sie die Sat-Antenne grob auf dieses Objekt aus
  3. Schließen Sie nun zur einfacheren Ausrichtung ein Sat-Finder an den LNB an und behalten es während des gesamten Ausrichtens im Blick
  4. Richten Sie nun die Sat-Schüssel aus und achten dabei auf den Sat-Finder
  • Stellen Sie zunächst Elevationswinkel fest
  • Drehen Sie nun die Sat-Antenne in horizontaler Richtung, um die Azimuteinstellung zu ermitteln.
  • Sollten Sie kein Signal empfangen bzw. zeigt der Sat-Finder kein Signal an ändern Sie Elevation leicht
  • Nun ändern Sie wieder die Azimuteinstellung
  • Wiederholen Sie den Vorgang bis der Sat-Finder einen Satelliten geortet hat.
  • Ziehen Sie nun alle Schrauben an der Halterung fest, sodass die Antenne nicht mehr vom Wind oder äußeren Einflüssen gedreht werden kann.
  • Um die maximale Signalstärke und -qualität zu erhalten drehen Sie den LNB leicht.