ELV-Ratgeber im Bereich "Sicherheitstechnik"

ELV-Ratgeber zu: Bewegungsmelder

5,00
Bewegungsmelder lassen sich sowohl zur Beleuchtungssteuerung als auch für Sicherheitsaufgaben einsetzen. Dieser Ratgeber bietet einen Überblick über die verschiedenen Typen und Einsatzbereiche von Bewegungsmeldern.

1. Einsatzbereiche und Ausführungen von Bewegungsmeldern
Bewegungsmelder dienen zwei Hauptzwecken, einmal dem Lichtkomfort und der Senkung des Energieverbrauchs, und zum anderen erfüllen sie Sicherheitsaufgaben. Sie detektieren, je nach Einstellung und Aufgabe, Bewegungen in ihrem Erfassungsbereich, und schalten entweder direkt eine angeschlossene Last wie Leuchten, Alarmanlagen oder Signaleinrichtungen, oder übermitteln Schaltbefehle per Leitung bzw. Funk an nachgeordnete Auswerteinrichtungen wie Alarmanlagen oder Haustechnik-Zentralen.

Im Wesentlichen gibt es drei Arten von Bewegungsmeldern:

PIR - Passiv-Infrarot-Melder
Diese Bauart ist am weitesten verbreitet. Der Sensor dieses Melders reagiert allein auf Veränderungen der auf ihn einwirkenden Wärmestrahlung in aufeinanderfolgenden, über Linsensysteme definierten Erfassungssektoren, also auf menschliche oder tierische Körperwärme oder sich bewegende warme Gegenstände wie z. B. die Wärmestrahlung eines Kfz-Motors. Dieser Sensor kann nicht durch Wände, Glas usw. hindurch erfassen.

HF-/Radar-Bewegungsmelder
Dieser Melder ist ein aktiver Melder. Er strahlt in einem hochfrequenten Bereich Energie ab, und reagiert auf die Reflektion dieser HF-Energie durch Gegenstände. Damit kann er alle Gegenstände in seinem Erfassungsbereich erfassen, nicht nur Temperaturunterschiede. Er kann auch verdeckt, z. B. hinter Holz oder Glas, montiert werden.
Im Gegensatz zum PIR-Melder ist er, da er temperaturunabhängig arbeitet, auch in Bereichen einsetzbar, wo es zu starken, schnellen Temperaturschwankungen kommt, z. B. in Laden-Eingangsbereichen. Er wird oft bereits in Leuchten montiert angeboten, so dass er unsichtbar installiert ist.

Kamera-Bewegungserkennung
Diese Art der Detektion spielt vor allem im Bereich der Sicherheitstechnik ein Rolle. Verändern sich im Sichtbereich einer Überwachungskamera definierte Bildbereiche (dies wird durch elektronische Auswertung des Bildinhalts vorgenommen), so wird in der Regel eine Videoaufzeichnung gestartet.
Viele Überwachungsrecorder verfügen über Schaltausgänge, die Alarmeinrichtungen, Lampensteuerungen usw. bei Erreichen von vorgegebenen Kriterien schalten können.

Einsatzbereiche und Ausstattung
Bewegungsmelder können vielfältig eingesetzt werden. Sie können das Licht in schlecht oder nicht vom Tageslicht versorgten Räumen schalten, bei Dunkelheit automatisch das Licht schalten, das Schalten von Zwangsbelüftungen sowie Alarme auslösen. Da quasi alle Melder einen integrierten Zeitschalter besitzen, trägt ein solcher Melder auch zur Stromersparnis und zur Verlängerung der Lebensdauer von Leuchtmitteln bei, schaltet er doch den Verbraucher nur so lange ein, wie dieser tatsächlich benötigt wird. Bei jeder neuen Bewegung im Erfassungsbereich wird der Schaltzeitraum neu gestartet. Ein Ausschalten kann nicht vergessen werden.

  • Bis auf spezialisierte Alarmmelder können alle Melder für die ausschließliche Reaktion bei Dunkelheit oder auch für die Reaktion bei Tageslicht eingestellt werden. Dabei ist meist die Schaltschwelle stufenlos nach Einsatzwunsch einstellbar. Ebenso ist meist die Ansprechempfindlichkeit bzw. die Erfassungsreichweite einstellbar.
  • Mechanische Einstellbarkeit (Schwenken/Neigen) sowie einsetzbare Blenden ermöglichen die genaue Ausrichtung auf den Erfassungbereich bzw. das Ausblenden nicht gewünschter Bereiche, z. B. das Verhindern, des Schaltens durch Bewegungen auf dem Nachbargrundstück.
  • Besonders komfortabel sind vernetzbare Bewegungsmelder, die an Haustechnik-Zentralen angebunden werden. Sie sind noch vielfältiger konfigurierbar, z. B. per Zeitsteuerung, und ihre Meldungen, z. B. aktuelle Helligkeitswerte, sind universell in der Haustechnik auswertbar.
  • Einsatzbeispiele sind etwa Kellerräume, Räume ohne Tageslicht, Räume, die oft mit vollen Händen betreten werden (z. B. Lagerräume), Toilettenräume, Eingänge, Außenbereiche, Treppenhäuser, Gänge, Flure.
  • In der modernen Haustechnik spielen Bewegungsmelder eine zunehmende Rolle beim Wohnkomfort. Ein Beispiel dazu: Man kann z. B. Flure tageszeitabhängig automatisch bei Betreten beleuchten, niemand muss nach einem Schalter suchen, man kann sich z. B. auch eine ständig eingeschaltete Nachtbeleuchtung sparen, um nachts den Weg im Flur zu finden. Vernetzbare Bewegungsmelder können im Zusammenspiel mit Dimmern eine gedimmte Nachtbeleuchtung entweder auf Tastendruck „Nachtschaltung”) oder nach Zeitplan auslösen, so dass man nachts nicht mit der vollen Lichtintensität agieren muss.

2. Wand- oder Deckenmontage?

  • Die Montageart von PIR-Meldern ist von der gewünschten Art der Bewegungserfassung abhängig,
    während HF-Melder davon nicht abhängig sind.
  • Will man eine Bewegung in einem von einem Melder komplett erfassbaren Raum erfassen, bietet sich ein Deckenmelder an, der einen Erfassungsbereich von 360 Grad hat. Dessen Erfassungscharakteristik
    muss entsprechend der Raumhöhe berücksichtigt werden, zu hohe Montagehöhen reduzieren die Erfassungsempfindlichkeit. Der Erfassungsbereich muss auch weitgehend dem Grundriss des Raums folgen, um keine toten Zonen zu bekommen, in denen keine Erfassung erfolgt.
    Bei einem Deckenmelder wird jede Bewegung im Raum optimal erfasst, da seine Erfassungssektoren
    immer in Querrichtung durchquert werden. Er eignet sich hingegen weniger für schmale, lange Räume.
  • Bei der Planung eines an einer Wand zu montierenden Melders ist zu berücksichtigen, dass die sicherste und empfindlichste Erfassung immer bei einem seitlichen Durchqueren mehrerer Erfassungssektoren
    erfolgt. Ein frontales Zulaufen auf den Melder kann im Extremfall dazu führen, dass dieser spät oder gar nicht reagiert. Entsprechend ist der Melder anzuordnen und auszurichten.
    Es gibt auch im Erfassungsbereich spezialisierte Melder, die statt eines Wandschalters einsetzbar und in manchen Versionen auch als Melder kaum erkennbar sind.

3. Erfassungsbereiche

  • Auch ist der Erfassungswinkel des Sensors zu berücksichtigen. Mit einem 90-Grad-Melder kann man z. B. das Erfassen auf den Bereich des Hauseingangs beschränken, damit z. B. die Beleuchtung an der Haustür geschaltet wird.
    Ein 180-Grad-Melder deckt ganze Wände in seinem Erfassungsbereich ab, er ist z. B. für die Absicherung im Außenbereich oder einen Flur gut geeignet.
    Mit einem 240-Grad-Bewegungsmelder kann man z. B. bei Eckmontage zwei Außenwände abdecken.
    Es ist durchaus nicht falsch, sich einen Melder mit größerem Erfassungsbereich zu kaufen. Meist liegen diesen Meldern Blenden bei, mit denen bestimmte Bereiche ausgeblendet werden können, etwa das Nachbargrundstück. So kann man Bereiche bequem anpassen.
  • Wichtig im Sicherheitsbereich ist auch ein Unterkriechschutz, das heißt, der Melder muss auch den Bereich unmittelbar unter seinem Standort abdecken, um ein Umgehen seines Erfassungsbereiches
    durch Unterqueren zu verhindern. Es gibt darauf spezialisierte Melder, die entweder eine spezielle Linse oder gar einen zweien Sensor für den Unterkriechschutz besitzen.
  • Die Reichweite kann meist durch Neigen, aber oft zusätzlich auch durch eine Empfindlichkeitseinstellung
    eingestellt werden.

4. Problemzonen

  • Besonders bei PIR-Meldern sind beim Einsatz einige Kriterien zu beachten, da sie auf Grund des Arbeitsprinzips stark temperaturabhängig reagieren. Sie sollten nicht gegen Wärmequellen wie Heizungen, Leuchten oder stark strahlungsreflektierende Flächen gerichtet sein. Reichweiten und Empfindlichkeit variieren mit den Umgebungstemperaturen. Im Winter kann sehr gut isolierende Kleidung auch die Ansprechempfindlichkeit verringern, ebenso erfolgt dies durch Niederschläge.
  • Will man das Auslösen durch Haustiere verhindern, greift man zum tierimmunen Modell. Hier wird die relativ zum Menschen geringere Wärmeabstrahlung, nach Gewichtsklassen eingeteilt, bei der Erfassung ausgeblendet und es kommt nicht zu Fehlauslösungen und unnötigem Stromverbrauch.

5. Beschaltung, Lasten

Bei der Auswahl eines Bewegungsmelders sind deren Ausgabe- und Schaltmöglichkeiten ein wichtiges Kriterium entsprechend der erwarteten Anwendung.

  • Es gibt zunächst die Bewegungsmelder mit integriertem Last-Schaltausgang. Diese schalten angeschlossene Lasten direkt. Wesentliche Unterscheidung hier sind der Relais- bzw. MOSFET-Schaltausgang und der Halbleiter-Schaltausgang. Letztere arbeiten lautlos ohne Schaltgeräusch, sehr angenehm im Wohnbereich, aber auch für lautlose Alarmierung.
  • Melder mit Relais-Schaltausgang sind im Regelfall problemlos parallel betreibbar, so kann man z. B. in einem langen Flur mehrere davon parallel an einer Leuchte betreiben.
    Bei Meldern mit Halbleiter-Schalter (Triac) ist dies nur möglich, wenn vom Hersteller ausdrücklich freigegeben.
  • Elektronische Lasten wie z. B. direkt an 230 V betriebene LED-Leuchten und vorwiegend ältere Energiesparlampen, sollten an einem Melder mit Relaisausgang betrieben werden, da es durch die schaltungstechnischen Eigenheiten (Haltestrom) des Triac-Schalters zu Störungen in Form von Blinken oder Nachleuchten kommen kann.
  • Für den Anschluss von elektronischen Lasten wie LED-Vorschaltgeräte, elektronische Vorschaltgeräte für Leuchtstofflampen oder Energiesparlampen empfiehlt sich das Einbeziehen eines Einschaltstrombegrenzers. Dieser wird einfach in Reihe zur Last geschaltet und schont die Relaiskontakte gegenüber den sehr hohen Einschaltströmen elektronischer Netzteile. Die Relaiskontakte könnten sonst vorzeitig verschleißen und im Extremfall sogar ausfallen („verkleben”). Er ist auch bei Glühlampen als Last hilfreich, begrenzt er doch den Einschaltstrom der Lampe und erhöht so deren Lebensdauer.
  • Werden Energiesparlampen an Bewegungsmeldern eingesetzt, sollten die ausführlichen Hinweise in unserer Energiespar-Welt beachtet werden. Hier sollte man in jedem Fall zur hochwertigen Facility-Lampe greifen, um vorzeitigen Ausfällen zu begegnen.
  • Will man einen Bewegungsmelder parallel zu einer vorhandenen Treppenlichtautomatik betreiben, sollte man zum Spezialtyp mit Treppenlicht-Schaltausgang greifen.
  • Reine Alarmmelder haben in der Regel Meldeausgänge, die nur direkt an Meldeeingänge von Alarmanlagen anzuschließen sind. Entsprechende Lasten werden dann über die Alarmanlage geschaltet. Deren Quittungs-Anzeigen sind im Regelfall auch deaktivierbar, um eine stille Alarmierung zu ermöglichen.
  • Funk-Bewegungsmelder arbeiten entweder direkt mit Schaltaktoren oder über den Umweg einer Hauszentrale mit diesen zusammen. Hier ergeben sich oft erweiterte Nutzungs- und Konfigurationsmöglichkeiten wie variable Betriebsarten, Fernprogrammierung von Schaltschwellen und Schaltzeiten, Nutzung des Helligkeitssensors im Melder für weitere Aufgaben.

zu den Produkten