Elektronikwissen im Bereich "Messtechnik"

Elektronikwissen zu: Fehlersuche mit dem Mini-Oszilloskop am Auto

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Landläufig herrscht vielfach die Meinung, dass moderne, mit Steuergeräten und Sensoren bestückte Autos die eigene Fehlersuche und Reparaturen verhindern. Hier geht der praktische Elektroniker mit einem ganz anderen Ansatz heran, nämlich dem, dass alles, was da unter dem Blechkeid steckt, auch nur von Menschen erdacht und erbaut, ergo nachvollziehbar ist.

Mit ein wenig Grundwissen über die Funktionen der einzelnen Baugruppen sowie per Internet über einschlägige Foren und private Seiten zugänglichen Informationen zu Sensoren, Steuergeräten und Reparaturen, mit einem möglichst „tief” ins System gehenden OBD-Scanner und geeigneter Messtechnik, wie dem hier besprochenen, mobilen Mini- Oszilloskop, kommt man den meisten Fehlern selbst auf die Spur und kann so oft sogar teure Werkstattaufenthalte vermeiden und dem dort leider immer einmal praktizierten, sinnbefreiten Wechsel von teuren Baugruppen nach dem MUP-Prinzip (MUP – Methode des unbekümmerten Probierens) entgehen. Zumindest hat man mehr Kontrolle über das, was vielleicht unvermeidlich zur Instandsetzung ansteht. Die meisten Ausfälle betreffen, nach dem Akku als Störenfried Nummer Eins, Störungen in der Verkabelung durch mechanische oder klimatische Einflüsse bzw. normalen Verschleiß, dem folgen sofort in der Reihe Störungen an Sensoren. Wie man hier eine quasi Null-Euro-Reparatur recht einfach ausführen kann, soll das folgende Praxis-Beispiel zeigen. Der treue Reihensechszylinder des Autos schüttelte sich nach dem Starten und nahm zeitweise schlecht Gas an. Also das OBD-Diagnosegerät angeschlossen, das prompt den Schuldigen tief aus der Fehlerspeicherung holte: den Luftmassenmesser. Der sitzt hinter dem Luftfilter, ist Bestandteil der Motorsteuerung, registriert die angesaugte Luftmenge über einen Heißfilmwiderstand, und ist im Fall eines Ausfalls kein ganz billiges Ersatzteil. Also erst einmal den Luftmassenmesser ausgebaut, an 12 V angeschlossen, das EDU08 an den Signalausgang gelegt und über dieses den Spannungsverlauf beim Testen darstellen lassen. Im „Leerlauf” muss bei diesem Bauteil eine geringe Spannung um 0,4 V ausgegeben werden, bläst man aus der Ansaugrichtung in das Sensorgehäuse hinein, steigt die Spannung auf 4 bis 5 V. Genau dies konnte bequem mit dem Mini-Oszilloskop verfolgt werden, somit schied der Sensor als Schuldiger aus. Als Fehlerursache stellte sich schließlich nach weiterem Messen ein Kabelbruch der Signalleitung hinter dem Anschlussstecker heraus – ein teurer Werkstattbesuch war eingespart! Auf eine solch einfache Weise kann man viele Sensoren, Geber usw. überprüfen. Denn mit dem mobilen Oszilloskop ist die Kontrolle eines kontinuierlichen Signalverlaufs deutlich übersichtlicher für die Analyse als die auch mögliche Messung mit einem Digital-Multimeter, das ja bei schnelleren Signalpegelwechseln, wie im zweiten oben gezeigten Beispiel der Messung an einem Kurbelwellensensor, wertlos ist. Der Form halber allerdings muss an dieser Stelle der Hinweis erfolgen, dass man Reparaturen an fahrsicherheitsrelevanten Bauteilen wie Lenkung und Bremsen immer in die Hände von dazu ausgebildeten Fachleuten geben sollte.

Lesen Sie zu diesem Thema im ELV-Journal:
Mini-Oszilloskop selbst gebaut - Oszilloskop-Lernpaket EDU08
Ein kleines batteriebetriebenes Oszilloskop ist nicht nur eine willkommene Ergänzung des eigenen Messgeräteparks für mobile Messungen, auch das Lernen und Verstehen über das Messen...