Elektronikwissen im Bereich "Allgemeine Schaltungstechnik"

Elektronikwissen zu: Die wichtigsten Infrarot-Codeverfahren

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Wie bereits erwähnt, gibt es bei Infrarot-Fernbedienungs-Systemen eine Vielzahl an unterschiedlichen Codeverfahren, und es ist nahezu unmöglich, auch jedes exotische Protokoll am Markt zu unterstützen.

Die wichtigsten Protokolle und Codeverfahren im Bereich der Unterhaltungselektronik sind der RC5-Code, der RC6-Code und der RECS80-Code (alle von Philips), der NEC-Code, der Sharp-Code, der Sony-Code, der RCMM-Code und das Toshiba-Micom-Format. Alle diese Codeverfahren und auch ähnlich aufgebaute Protokolle werden vom IRE8 unterstützt. Damit dürfte nahezu jede handelsübliche IR-Fernbedienung anlernbar sein.

RC5-Code
Beim RC5-Code handelt es sich um ein Fernbedienungsformat mit Biphasenmodulation und 14 Bit Wortlänge. Insgesamt sind dabei 2048 Codes möglich, aufgeteilt in 64 Befehle und 32 Subsysteme. Alle Bits in diesem System haben die gleiche Länge. Bei der Biphasenmodulation des RC5-Codes repräsentiert eine steigende Flanke innerhalb eines festen Zeitfensters eine logische 1 und eine fallende Flanke eine logische 0. Da sich die Flanke normalerweise in der Mitte des zu jedem Bit gehörenden Zeitfensters befindet, ist der Code recht unempfindlich gegen Signalverzerrungen (Bild A).



Bei 36 kHz Trägerfrequenz sind für die halbe Dauer eines Bits 32 Impulse des 36-kHz-Signals vorhanden und die Übertragung des 14 Bit langen Protokolls beträgt 24,9 ms. Wie in Bild B zu sehen ist, besteht das Protokoll aus zwei Startbits, einem Toggle-Bit (wechselt bei jeder neuen Übertragung den logischen Zustand, um das dauerhafte Betätigen einer Taste zu erkennen), 5 Bit für das Subsystem (Adresse) und 6 Datenbits für den Befehl.



RC6-Code
Der RC6-Code ist eine Weiterentwicklung des Philips-RC5-Codes und arbeitet ebenfalls mit Biphasenmodulation. Die Grundstruktur ist vergleichbar mit dem RC5-Code, wobei abhängig vom Funktionsmodus variable Befehlslängen möglich sind. Die Definitionen von 1 und 0 sind genau entgegengesetzt zum RC5-Code. Eine genaue Beschreibung dieses umfangreichen Protokolls würde den Rahmen dieser Beschreibung sprengen.

RECS80-Code
Der RECS80-Code wurde ebenfalls von Philips entwickelt, und diesen Code gibt es in einer 11-Bit- und einer 12-Bit-Version. Entweder werden 7 Subsysteme (Adressen) mit 64 Befehlen oder 20 Subsysteme mit ebenfalls 64 Befehlen unterstützt. Das RECS80-Protokoll arbeitet mit Pulsabstandsmodulation, wobei der Abstand zwischen zwei Impulspaketen bestimmt, ob eine 1 oder eine 0 übertragen wird. In Bild C ist das Grundprinzip zu sehen.



Üblicherweise wird eine Trägerfrequenz von 38 kHz und Impulsburstlänge von 158 μs verwendet. Daraus ergeben sich dann die in Bild D dargestellten typischen Zeiten für die Logikzustände 0 und 1.



In Bild E ist ein kompletter Fernbedienungsbefehl mit 7 Subsystem-Adressen dargestellt, und Bild F zeigt einen RECS80-Befehl mit 20 Subsystem-Adressen.





NEC-Code
Beim NEC-Code wird eine konstante Wortlänge in Verbindung mit der Pulsabstandsmodulation genutzt. In Bild G ist der grundsätzliche Codeaufbau und in Bild H das detaillierte Protokoll des NEC-Codes dargestellt.





Die Infrarot-Übertragung wird beim NEC-Code mit einem Impulsburst von 9 ms Länge gestartet. Mit diesem Signal kann sich die AGC des Empfängers einstellen. Es folgt eine Pause von 4,5 ms und dann das Datenwort mit einer Gesamtlänge von 54 ms. Adresse und Code sind bei diesem Protokoll jeweils 8 Bit lang und werden sowohl nichtinvertiert als auch invertiert übertragen. Bei langen Tastendrücken wird nach der ersten kompletten Übertragung nur der „Leader-Code“ wiederholt, gefolgt von einem einzelnen Bit im 108-ms-Raster.

Sony-SIRC-Code
Ein weiteres Codeverfahren ist die Pulslängenmodulation, deren Grundprinzip in Bild I dargestellt ist.



Dieses Codeverfahren wird z. B. von Sony genutzt. Das Sony-Protokoll gibt es mit 12 Bit, 15 Bit und 20 Bit Wortlänge. Beim 12-Bit-Protokoll stehen dann z. B. 5 Bit für die Adresse und 7 Bit für die Befehle zur Verfügung.

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