Messerscharfer Tiefstapler - DVB-Messempfänger Megasat HD 5 Combo – Teil 1

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Aus ELVjournal 06/2017     0 Kommentare
 Messerscharfer Tiefstapler - DVB-Messempfänger Megasat HD 5 Combo – Teil 1

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Der Empfang von Hörfunk- und Fernsehprogrammen aus aller Welt findet heute im Zeitalter der digitalen Kommunikation über das Internet und Satelliten im geostationären Orbit statt. Um den Wunschsatelliten mit Digitalprogrammen zu finden und die Empfangsantenne optimal auf ihn auszurichten, ist ein Messgerät erforderlich. Das Megasat HD 5 Combo ist für diese Aufgabe eine erste Wahl. Zudem ist es auch beim Aufbau des Verteilsystems bis zum Antennenanschluss äußerst hilfreich, und das auch bei den terrestrischen und kabelgebundenen DVB-Varianten. Zu guter Letzt macht das knackige Bild auf dem OLED-Farbbildschirm so viel Vergnügen, dass man auch einmal einen ganzen Film betrachten kann. Nutzen und Spaß gehen beim Megasat HD 5 Combo eine angenehme Verbindung ein.

Allgemeines

Manchmal bekommt man für sein Geld mehr als erwartet. Beim Megasat HD 5 Combo ist dies definitiv so! Warum? Zunächst lässt der Namensteil Megasat vermuten, dass es sich um ein reines Messgerät für den Sat-Empfang handelt. Das ist aber bei Weitem nicht so. Megasat ist nämlich der Name des deutschen Herstellers und das Wort Combo im zweiten Teil des Namens deutet auf die umfassenden Messfähigkeiten des Gerätes im Umfeld aller Installationen für den DVB-Empfang hin: DVB-S/S2, DVB-T/ T2 und DVB-C/C2. Außer den Messwerten sind alle Programme auf dem knackig scharfen 16:9-Samsung- AMOLED-Bildschirm mit 4,5"-Diagonale (12,5 cm) und einer qHD-Auflösung von 960 x 544 Pixel in bester Bildqualität zu betrachten. Dank H.265/HEVCCodec (HEVC: High Efficiency Video Coding = gleiche Bildqualität wie H.264/AVC bei halber Datenrate) gilt dies auch für die über DVB-T2 abgestrahlten terrestrischen HD-Programme.

Äußerlichkeiten. Zu dem Megasat HD 5 Combo mit seinen sehr handlichen Abmessungen von 21 x 15 x 4,5 cm gehört eine Nylontasche mit Fächern für Netzteil, Pkw-Ladekabel, AV-Kabel und 12-V-Anschlusskabel. Die leicht entfernbare, zurVorderseite offene Silikonumhüllung fängt leichte Stöße ab. Trotz des stabilen Aluminiumgehäuses und des integrierten leistungsfähigen Li- Ionen-Akkus beträgt das Gewicht gerade einmal 1100 g. Tasten, LEDs und Display sind spritzwasserfest abgedeckt. An zwei Ösen kann der mitgelieferte Trageriemen eingeclipst werden.

Auf der Rückseite des Gerätes geben zwei Lautsprecher den Begleitton zu den DVB-Filmen oder -Radiosendungen ab. Eine ebenfalls von hier abstrahlende, zuschaltbare helle LED macht den HD 5 Combo im Bedarfsfall zur „Hightech-Taschenlampe“, die das Arbeitsfeld des Monteurs bei schlechten Lichtverhältnissen wirkungsvoll aufhellt.
Eine Vielzahl von Bedientasten und Funktions-LEDs sind auf der Gerätefront übersichtlich angeordnet (Bild 1).
Bild 1: Eine gelungene Mischung aus sinnvoll angeordneten Tasten mit fester und kontextabhängiger Bedeutung und durchdachten Bildschirmmenüs erleichtert die Bedienung der komplexen Funktionsvielfalt des Megasat HD 5 Combo.
Bild 1: Eine gelungene Mischung aus sinnvoll angeordneten Tasten mit fester und kontextabhängiger Bedeutung und durchdachten Bildschirmmenüs erleichtert die Bedienung der komplexen Funktionsvielfalt des Megasat HD 5 Combo.
Bild 2: Die hohe Integrationsdichte erlaubt es, ein erstaunliches Leistungsspektrum in einem verblüffend kompakten Metallgehäuse ohne drangvolle Enge unterzubringen.
Bild 2: Die hohe Integrationsdichte erlaubt es, ein erstaunliches Leistungsspektrum in einem verblüffend kompakten Metallgehäuse ohne drangvolle Enge unterzubringen.
Ein Blick in das Geräteinnere bestätigt den ersten guten Eindruck (Bild 2). Die durchgehend sauber in SMD-Technik bestückten Platinen mit hochintegrierten Halbleiterchips fassen die komplexe Technik mit minimalem Platzbedarf zusammen, sodass durchaus noch Raum für funktionale Erweiterungen ist. Der auf der Geräterückseite befestigte Lithium- Ionen-Akku im blauen Schrumpfschlauch mit 7,4 V/5000 mAh erklärt die mehrstündige Betriebsdauer des Gerätes ohne Steckernetzteil.
Bild 3: In der Geräteoberseite finden sich neben dem Ein-Aus- Schalter alle Buchsen, die zur elektrischen Versorgung des Megasat HD 5 Combo mit Betriebsenergie und Eingangssignalen sowie zum Anschluss von HDMI-Monitor, externer Kamera und USB-Speicher erforderlich sind.
Bild 3: In der Geräteoberseite finden sich neben dem Ein-Aus- Schalter alle Buchsen, die zur elektrischen Versorgung des Megasat HD 5 Combo mit Betriebsenergie und Eingangssignalen sowie zum Anschluss von HDMI-Monitor, externer Kamera und USB-Speicher erforderlich sind.
Auf der Geräteoberseite finden sich der Ein-Aus-Wippschalter (Power), die Eingangsbuchse für die Betriebsspannung (DC12V IN), eine USB-Buchse für ein Speichermedium (USB-Stick oder -Festplatte), eine HDMI-Ausgangsbuchse (HDMI), ein 12-V-Ausgang (DC12V OUT), eine Audio-Video-Eingangsbuchse (AV IN), eine Sat-ZF-Eingangsbuchse F-Typ (LNB IN) und eine Eingangsbuchse IEC-Typ für terrestrische und Kabelprogramme (RF IN) (Bild 3).

Inbetriebnahme

Vor der ersten Inbetriebnahme ist es ratsam, den Geräte-Akku voll aufzuladen. Dazu wird der 3,5-mm-Hohlstecker des Steckernetzteils in die Buchse „DC12V IN“ eingesteckt. Der Ladevorgang wird durch die rote LED „Charge“ angezeigt und ist nach einer knappen Stunde beendet, was der Farbwechsel der „Charge -LED zu Grün signalisiert. Für den Satellitenbetrieb ist auf die Buchse „LNB-IN“ ein Koaxialkabel mit F-Stecker aufzuschrauben, das entweder mit einem Ausgang eines Multischalters oder eines Single-, Twin- oder Quad-LNB verbunden ist.

Hauptmenü

Bild 4: Nach dem Einschalten des Megasat HD 5 Combo erscheint das Hauptmenü auf dem Bildschirm, über dessen Symbole die Grundverzweigung in die weiteren Untermenüs möglich ist.
Bild 4: Nach dem Einschalten des Megasat HD 5 Combo erscheint das Hauptmenü auf dem Bildschirm, über dessen Symbole die Grundverzweigung in die weiteren Untermenüs möglich ist.
Nach dem Einschalten des Gerätes über den Wipp-Schalter „Power“ bootet der HD 5 Combo, um nach etwa 15 Sekunden den Hauptmenü- Bildschirm anzuzeigen (Bild 4). Von hier aus wird in die Untermenüs für DVB-S/S2 (Satellit > Hauptmenü), DVB-T/T2 (Terrestrisch > Hauptmenü) und DVB-C/C2 (Kabel > Hauptmenü) verzweigt und in die Menüs für Speichern (Speicherdaten anse), System (Systemeinstellung) und USB (USB-Werkzeuge). Durch die Tasten Links/Rechts und Auf/Ab wird das gewünschte Icon angefahren, was durch seine lupenartige Vergrößerung quittiert wird. Mit dem Drücken der OK-Taste wird das entsprechende Menü geöffnet.
Bild 5: Im Menü System-Einstellung werden die Grundeinstellungen wie Menüsprache, Helligkeit, Farbe und Kontrast, Zeitzone, Tastenton usw. vorgenommen.
Bild 5: Im Menü System-Einstellung werden die Grundeinstellungen wie Menüsprache, Helligkeit, Farbe und Kontrast, Zeitzone, Tastenton usw. vorgenommen.
So kann man über das Icon „System“ den Bildschirm „System Einstellung“ aktivieren und darin zahlreiche Grundeinstellungen für das Gerät vornehmen: Sprache wählen, Helligkeit, Farbsättigung und Kontrast, Werkseinstellung, Zeitzone, Lock-Alarm An/Aus, Tastenton An/ Aus und das Gerät nie oder automatisch in 5-Minuten-Schritten wählbar nach bis zu 60 Minuten der Inaktivität automatisch abschalten. In der letzten Zeile des Menüs „System Einstellung“ wird der Versionsstand der Gerätefirmware angezeigt (Bild 5).

1. DVB-S/S2-Messung

Bild 6: Das Satelliten-Hauptmenü ist der Verteiler auf die mit dem Satellitenempfang verbundenen Grundaufgaben: Sat-Suche, Anzeige von Spektrum und Konstellationsdiagramm, Programmsuche, Azimut- und Elevationsberechnung, Einstellungen auf den verwendeten LNB-Typ usw.
Bild 6: Das Satelliten-Hauptmenü ist der Verteiler auf die mit dem Satellitenempfang verbundenen Grundaufgaben: Sat-Suche, Anzeige von Spektrum und Konstellationsdiagramm, Programmsuche, Azimut- und Elevationsberechnung, Einstellungen auf den verwendeten LNB-Typ usw.

Satellit > Hauptmenü. Das Icon „DVB-S/S2“ im Hauptmenü führt zum Menü „Satellit > Hauptmenü“ (Bild 6).

Bild 7: Ist die Antennenschüssel auf den voreingestellten Satelliten ausgerichtet, wird der rote Schriftzug „Suche“ durch den grünen „Gefunden“ ersetzt.
Bild 7: Ist die Antennenschüssel auf den voreingestellten Satelliten ausgerichtet, wird der rote Schriftzug „Suche“ durch den grünen „Gefunden“ ersetzt.

Sat-Suche. Der erste Menüeintrag „Sat-Suche“ bringt das Gerät in den Suchmodus mit dem Screen „Satellit > Satelliten-Suche“ (Bild 7). Hier wählt man den Wunschsatelliten (ASTRA 1, 19,2° Ost) und einen seiner Transponder (10744/H/22000 = Downlinkfrequenz in MHz/horizontale Polarisation/Symbolrate in kSymbole/s), geht auf „Suche“ und bestätigt mit „OK“.

Zu Beginn der Suche wird die Antenne nicht auf den zu findenden Satelliten ausgerichtet sein, was der rote Schriftzug „Suche“ im Display besagt. Hat die Satellitenantenne nun beim Drehen den gesuchten Satelliten erfasst, erscheint ein grüner Schriftzug „Gefunden“ zusammen mit den wichtigsten, aus den empfangenen Signalen abgeleiteten Kennwerten des Empfangssignals.

Im Beispiel sind dies: 

  • Signalart = DVB-S/QPSK
  • verfügbare Lokaloszillatorfrequenzen = 9750/10600 MHz
  • Orbitposition = 19,2° East
  • Signalstärke = -46 dBm (Leistungspegel) oder mit F4 umschaltbar auf 61 dBμV (Spannungspegel). In einer Verteilanlage mit 75 Ω Systemimpedanz ist übrigens der Unterschied zwischen dBm und dBμV stets 107,25, also Spannungspegel/dBμV = Leistungspegel/ dBm(W) + 107,25
  • Träger-Rauschverhältnis C/N =14,42 dB
  • Vorwärtsfehlerkorrektur (Forward Error Correction FEC) = 5/6
  • Bitfehlerrate (Bit Error Rate BER) = < 10-9
  • Stärkebalken = 68 %
  • Qualitätsbalken = 67 %
In der Fußzeile wird der Anwender darüber informiert, dass mit „OK“ die Satellitenliste aufgerufen werden kann. Sie umfasst CHINASAT 6B in der östlichsten Position 115° Ost, zweimal ASIASAT 3S mit 105,5° Ost (einmal mit einer Ku-Band-Transponderliste und einmal mit einer C-Band-Transponderliste) und viele weitere Exoten, die in Deutschlandkaum empfangbar sein dürften. In der insgesamt 47 Satelliten umfassenden Liste sind aber auch alle in unseren Breiten relevanten, im geostationären Orbit östlich vom Greenwich-Meridian positionierten Satelliten wie ASTRA 1, 19,2°O, ASTRA 2, 28,2°O, ASTRA 3, 23,5°O, ASTRA 4, 4,8°O, HOTBIRD, 13°O, EUTELSAT 7A/7B 7°O, EUTELSAT 10A /10°O, TURKSAT, 42°O und im Westen AMOS 2,3, 4°W, Eutelsat 8 8°W, HISPASAT 30°W usw. enthalten.
Wenn man einen Satelliten nicht findet, kann man diesen durch Überschreiben eines in der Liste bereits existierenden, nicht benötigten einfügen oder ihn neu anlegen.
Bild 8: Hier werden elementare Einstellungen in Bezug auf den vorliegenden Antennentyp getroffen, z. B. Typ des LNBs, seine Lokaloszillatorfrequenzen und Betriebsspannungen, DiSEqC-Typ usw.
Bild 8: Hier werden elementare Einstellungen in Bezug auf den vorliegenden Antennentyp getroffen, z. B. Typ des LNBs, seine Lokaloszillatorfrequenzen und Betriebsspannungen, DiSEqC-Typ usw.
Die F2-Taste führt aus dem Screen „Satellit > Satelliten- Suche“ zum Bildschirm „Satellit > Antennen- Einstellung“ (Bild 8). Dorthin gelangt man auch aus dem Screen „Satellit > Hauptmenü“ über das Icon „Antennen Einst“. Hier kann man LNB-Typ, Lokaloszillatorfrequenzen, das 22‑kHz‑Schaltkriterium, die LNB-Spannungsversorgung, den DiSEqC-Typ und ggfs. den Ansteuerungstyp für eine Dreheinrichtung (Feststehend, DiSEqC 1.2 oder DiSEqC 1.3=USALS) wählen. Die Bedienungsanleitung schweigt sich zu den Einzelheiten aus, so wie sie offensichtlich nichtden Stand des Gerätes richtig widerspiegelt und gelegentlich Bedienungsdetails recht nebulös erklärt oder gar nicht darauf eingeht.
Die F2-Taste im Screen „Satellit > Antennen-Einstellung“ führt zum Aufpoppen des Fensters „LNB Messung“, wo je nach gewählter Polarisation die LNB-Spannung in der Größenordnung von 14 V für Vertikal und 19 V für Horizontal und der jeweilige Strom am LNB angezeigt werden.

Spektrum. Das Icon Spektrum öffnet den Screen „Spektrum Analyse“ mit einer grafischen Anzeige der Pegel über der Frequenz. Welches der Spektren Low Band Vertikal (LV), Low Band Horizontal (LH), High Band Vertikal (HV) oder High Band Horizontal (HH) das ist, kann man über den mit der Funktionstaste F2 „Antennen Einstell“ aktivierbaren Screen vorgeben. Das gerade angezeigte Spektrum wird im Spektrum- Screen über die Angaben in der Kopfzeile rechts (LV -> 13V, LH -> 18V, HV -> 13V/22K, HH -> 18V/22K) und die Start-Stop-Frequenzen sowie über die LEDs „13V“, „18V“ und „22K“ in der Gerätefront ersichtlich.

Bild 9 zeigt alle vier Spektren von ASTRA aus der Orbitposition 19,2° Ost: Links oben das LV-Spektrum, links unten das LH-Spektrum, rechts oben das HV-Spektrum und rechts unten das HH-Spektrum. Der Wert „Aktuell“ gibt die Position des senkrechten Messzeigers (Cursor) auf der Frequenzachse an und „Level“ den an dieser Stelle vorliegenden Pegel in dBμV.
Bild 9: Das Bild fasst die vier Spektren von ASTRA 19,2° Ost zusammen: Low Band Vertikal und Horizontal (LV, LH) und High Band Vertikal und Horizontal (HV, HH). Mithilfe eines Cursors lässt sich der Pegel bei einer interessierenden Spektrumsfrequenz ermitteln.
Bild 9: Das Bild fasst die vier Spektren von ASTRA 19,2° Ost zusammen: Low Band Vertikal und Horizontal (LV, LH) und High Band Vertikal und Horizontal (HV, HH). Mithilfe eines Cursors lässt sich der Pegel bei einer interessierenden Spektrumsfrequenz ermitteln.
Durch einmaliges Drücken von „F1“ bei einer Anzeige „F1 Full“ unten links im Display ist es möglich, 200 MHz des Spektrums rechts vom Cursor darzustellen, nochmaliges Drücken von „F1“ weitet den Darstellungsbereich auf 400 MHz aus. So kann man interessierende Bereiche des Spektrums „herauszoomen“ (Bild 10).
Bild 10: Zwei Zoom-Stufen erlauben die detaillierte Betrachtung des auf den Cursor folgenden Spektrumsabschnitts mit 200 oder 400 MHz Bandbreite.
Bild 10: Zwei Zoom-Stufen erlauben die detaillierte Betrachtung des auf den Cursor folgenden Spektrumsabschnitts mit 200 oder 400 MHz Bandbreite.

Konstellation. Dieser Menüpunkt im Screen „Satellit > Hauptmenü“ erzeugt das sogenannte Konstellationsdiagramm. Es zeigt durch Punktwolken die Genauigkeit von Phasenlage und Amplitude des Hochfrequenzträgers an, der damit ein Symbol repräsentiert.

Bild 11: Die Präzision der Amplitude und Phase der dem Träger aufmodulierten Symbole veranschaulicht das Konstellationsdiagramm – hier für die DVB-S-übliche QPSK-Modulation.
Bild 11: Die Präzision der Amplitude und Phase der dem Träger aufmodulierten Symbole veranschaulicht das Konstellationsdiagramm – hier für die DVB-S-übliche QPSK-Modulation.
Die bei DVB-S meist verwendete Modulationsart QPSK (Quadrature Phase Shift Keying = Quadraturphasenumtastung) kennt vier solche Phasenlagen bei konstanter Trägeramplitude, von denen jede zwei Bits (Symbol) aus dem digitalen Datenstrom repräsentiert (00, 01, 10, 11). Es bilden sich demnach vier Punktwolken, die umso kleiner sind, je störungsärmer die Übertragung ist (Bild 11). Durchdringen sie sich, werden Symbole falsch übertragen.
Bild 12: Bei DVB-S2 unterscheidet man 3 Bit lange Symbole, daher 8 Punktwolken (8PSK).
Bild 12: Bei DVB-S2 unterscheidet man 3 Bit lange Symbole, daher 8 Punktwolken (8PSK).
Für DVB-S2 kommt die höherwertige 8PSK zum Einsatz, wodurch acht Wolken für die Symbole 000, 001, 010, 011, 100, 101, 110, 111 entstehen (Bild 12). Die Gefahr der empfängerseitigen falschen Zuordnung eines Symbols ist hier wegen des geringeren Abstands der Wolkenzentren größer. Das wird durch ein leistungsfähigeres Fehlerkorrekturverfahren ausgeglichen.
Bild 13: In diesem Menü lassen sich Eintragungen für neue Satelliten anlegen oder bestehende abändern.
Bild 13: In diesem Menü lassen sich Eintragungen für neue Satelliten anlegen oder bestehende abändern.

Sat bearbeiten. Dieser Screen dient der Bearbeitung der Satellitenliste (Bild 13).

Bild 14: Anlegen eines Satelliten, der noch nicht in der Satellitenliste enthalten ist.
Bild 14: Anlegen eines Satelliten, der noch nicht in der Satellitenliste enthalten ist.
Nach Drücken von „OK“ lassen sich bestehende Einträge in der Satellitenliste mit einer Softwaretastatur ändern oder mit der Funktionstaste „F2“ neue Satelliten anlegen (Bild 14). „F3“ löscht den markierten Satelliten. Mit der Taste „SAT“ wird die geänderte Liste für die zukünftige Verwendung abgespeichert.
Bild 15: Die automatische Programmsuche kann über alle Transponder eines Satelliten oder einen bestimmten gestartet werden.
Bild 15: Die automatische Programmsuche kann über alle Transponder eines Satelliten oder einen bestimmten gestartet werden.

Auto-Scan. Mit dieser Funktion lassen sich alle von einem Satelliten abgestrahlten Programme mit unterschiedlichen Suchmodi ermitteln (Bild 15): Alle Programme, nur unverschlüsselte Programme (Free to Air: FTA), Satellit (Komplettsuche), Transponder (Suche auf der eingestellten Transponderfrequenz), Network Information Table (NIT) und Blind Scan (sucht auch nach Frequenzen, die nicht in der Liste enthalten sind).

Bild 16: Im unteren Bildschirmbereich werden die Kennwerte des gerade analysierten Transponders ausgegeben.
Bild 16: Im unteren Bildschirmbereich werden die Kennwerte des gerade analysierten Transponders ausgegeben.
Der Suchvorgang (Bild 16) kann bis zu fünf Minuten dauern, aber das Ergebnis lässt dies verstehen. Nach einer ASTRA-19,2°-Ost-Komplettsuche umfasst das Suchergebnis 942 TV-Programme und 303 Radioprogramme!
In der Fußzeile des Suchbildschirms in Bild 16 werden die wichtigsten Kenndaten des gerade analysierten Transponders aufgeführt: Satellitenname ASTRA 1, Orbitposition 19,2°O, Downlinkfrequenz 12343 MHz und Symbolrate 30.000 kHz. Die Symbolrate in kHz anzugeben ist unüblich, vielmehr sollte die Einheit kSymbols/s (oder kBaud bzw kB) heißen oder wie an anderen Stellen ganz weggelassen werden. Im nächsten Softwareupdate könnte dies zusammen mit einigen weiteren kleinen Ungereimtheiten behoben sein.
Bild 17: Nach der Eingabe der geografischen Koordinaten der Standorte von der Antenne auf der Erdoberfläche (in Deutschland nördliche Breite, östliche Länge) und des gewünschten Satelliten im geostationären Orbit berechnet HD 5 Combo die Ausrichtewinkel der Antenne (Azimut, Elevation).
Bild 17: Nach der Eingabe der geografischen Koordinaten der Standorte von der Antenne auf der Erdoberfläche (in Deutschland nördliche Breite, östliche Länge) und des gewünschten Satelliten im geostationären Orbit berechnet HD 5 Combo die Ausrichtewinkel der Antenne (Azimut, Elevation).

Winkelberechnung. Kennt man die geografischen Koordinaten des Aufstellungsorts der Antenne, lässt sich mit dieser Funktion aus dem Screen „Satellit > Hauptmenü“ das Untermenü zur Berechnung der Antennenausrichtungswinkel Azimut (Seitenwinkel), Elevation (Erhebungswinkel) und Skew oder Tilt (hier Pol. genannt = LNB-Kippwinkel) aufrufen (Bild 17).

Bild 18: Die berechneten Winkel zur Ausrichtung der Antenne auf den Wunschsatelliten werden durch einen Wert „Pol.“ ergänzt, der die Drehung des LNBs um seine Blickachse beschreibt und zur Optimierung der Polarisationsentkopplung verwendet werden kann.
Bild 18: Die berechneten Winkel zur Ausrichtung der Antenne auf den Wunschsatelliten werden durch einen Wert „Pol.“ ergänzt, der die Drehung des LNBs um seine Blickachse beschreibt und zur Optimierung der Polarisationsentkopplung verwendet werden kann.
Am Beispiel des Standorts einer Antenne für den Empfang von ASTRA in der geostationären Erdorbitposition 19,2° Ost in Michelstadt im Odenwald (östliche Länge 9,0°, nördliche Breite 49,7°) sei dies erklärt. In Zeile 1 wird „ASTRA 1, 19,2°O“ gewählt, in Zeile 2 als Längengrad „9°“, in Zeile 3 Standort „Ost“, in Zeile 4 als Breitengrad „49,7°“ und in Zeile 5 als Hemisphäre „North“. Nun gemäß Zeile 6 „Kalkulation“ die Berechnung mit „OK“ starten und das Ergebnis steht in den Zeilen 7 und 8 numerisch und auf der rechten Seite grafisch zur Verfügung (Bild 18). Noch ein Wort zum Wert „Pol. -8,5°“. Dieser ist rein rechnerisch korrekt, im Sonderfall der ASTRA-Satelliten in der 19,2°-Ost-Position aber durch deren spezielle Justierung im Orbit mit real nur -1,6° praktisch vernachlässigbar. Wer jedoch den letzten dB-Bruchteil aus seiner Antenne herauskitzeln möchte, kann dies durch Drehen des LNBs in seiner Halterung unter Beobachtung der Länge des Qualitätsbalkens versuchen. Übrigens bedeutet ein negativer Wert für Pol. eine Drehung des LNBs aus der Senkrechten gegen den Uhrzeigersinn aus einer Betrachterposition hinter der Antenne gesehen.
Bild 19: Mit der Transponderkontrolle werden vier vorher festgelegte Transponder zyklisch abgescannt und die Messergebnisse visualisiert. Wählt man aus jedem Frequenzband einen Transponder, sieht man sofort, wenn ein Frequenzband fehlt.
Bild 19: Mit der Transponderkontrolle werden vier vorher festgelegte Transponder zyklisch abgescannt und die Messergebnisse visualisiert. Wählt man aus jedem Frequenzband einen Transponder, sieht man sofort, wenn ein Frequenzband fehlt.

TP-Kontrolle. Dies ist ein wertvolles Hilfsmittel, um auf einen Blick festzustellen, ob bis zu vier vorgegebene Transponder über das Antennenkabel geliefert werden (Bild 19). Wählt man diese Transponder so aus, dass je einer in einem der vier Bänder VL, VH, HL und HH liegt, wird mühelos ersichtlich, wenn bei einem Multischalter ein Sat-ZF-Band fehlt. Der HD 5 Combo wählt nämlich zyklisch die vier vorgegebenen Transponder zur Messung aus und stellt das Resultat als Balkendiagramm für Qualität und Stärke des Signals dar. Fehlt nun der Referenztransponder eines Sat-ZF-Bandes, ist dies ein starker Hinweis darauf, dass dieses möglicherweise vollständig ausgefallen ist.

Zukunftssicher. Die wenigsten Teilnehmer am Satellitenfernsehen können etwas mit der Abkürzung DVB-S2X anfangen. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung von DVB-S2, wobei der Buchstabe X für „eXtendend“ (erweitert) steht. Damit sind höherratige Modulationsschemen (64/128/256 APSK) und eine feinere Anpassung der Fehlerkorrektur (FEC) an die Programminhalte möglich, um mehr Übertragungskapazität für das Zukunftsformat UHD (Ultra-High Definition) zu ermöglichen. Zudem lassen sich mit DVBS2X die Datenströme mehrerer Transponder bündeln. HD 5 Combo ist bereits für die Messung von DVB-S2XAbstrahlungen eingerichtet. Interessante Details zu DVB-S2X sind in einem Whitepaper von Newtec zu finden [1].

Bild 20: DVB-S2X-Ausstrahlungen werden messtechnisch korrekt erfasst, das Live-Bild aber leider nicht wiedergegeben. Anstelle der Demo-Schleife ist auf der angezeigten Frequenz inzwischen ein lokales TV-Portal im Probebetrieb.
Bild 20: DVB-S2X-Ausstrahlungen werden messtechnisch korrekt erfasst, das Live-Bild aber leider nicht wiedergegeben. Anstelle der Demo-Schleife ist auf der angezeigten Frequenz inzwischen ein lokales TV-Portal im Probebetrieb.
Eine Testausstrahlung mit UHD-Demoschleife findet auf ASTRA-19,2° Ost unter „11552 MHz/Horizontal/ 25500 kSymbole/s“ statt. Diese Frequenz ist in der werksseitig vorhandene Liste der Transponderfrequenzen nicht vorhanden und muss von Hand ergänzt werden. Die Ausstrahlung wird messtechnisch bewertet (Bild 20). Sogar der exotische Vorwärtsfehlerkorrekturwert FEC=11/20 wird richtig erkannt, ein Live-Bild gibt es aber leider nicht. Im zweiten und abschließenden Teil dieses Artikels beschäftigen wir uns mit den DVB-T/T2- und den DVB-C/C2-Messungen.

Weitere Infos:

[1] http://www.newtec.eu/frontend/files/userfiles/files/DIALOG/Whitepaper%20DVB_S2X.pdf

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