Latenz - Wenn eine Reaktion auf sich warten lässt - Teil 1

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Aus ELVjournal 03/2018     0 Kommentare
 Latenz - Wenn eine Reaktion auf sich warten lässt - Teil 1

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  • Von Mensch zu Mensch
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Im täglichen Leben begegnen wir häufig Latenzen, ohne uns dessen bewusst zu sein. Gesellschaftsund Naturwissenschaften kennen vielfältige Ausprägungen dieses Begriffs und auch in der Kommunikationstechnik spielt er eine erhebliche Rolle. Doch was muss man sich unter Latenz vorstellen? Die Herkunft des Latenzbegriffs ist im lateinischen Adjektiv „latens“ zu finden, das die Bedeutung von heimlich oder verborgen hat. Das Substantiv Latenz beschreibt demnach die Existenz einer versteckten und somit (noch) nicht sichtbaren Sache, Wirkung oder Eigenschaft.

Die Beispiele für Latenzen sind vielfältig. In der Medizin spricht man von einer latenten Infektion oder Krankheit, wenn deren Auswirkungen noch nicht in Erscheinung getreten sind, also bis zum Ausbruch noch „schlummern“. Ein Mensch, der stets mit seinem Schicksal hadert, wird in der Psychologie als latent unzufrieden bezeichnet. In der Soziologie wird einem Teil der Bevölkerung latenter Rassismus bescheinigt und in der Politik kennt man den Begriff der latent schwelenden Krisen. Der Physiker spricht von latenter Wärme, wenn die von einer Masse aufgenommene (oder abgegebene) Wärmeenergie nicht von einem proportionalen Temperaturanstieg (oder -rückgang) begleitet wird. Ein klassisches Beispiel dafür ist der Übertritt von Wasser aus der flüssigen in die feste Phase (Eis). Geschieht dies durch kontinuierlichen Entzug von Wärmeenergie, so ist damit ein ebenso kontinuierlicher Temperaturabfall festzustellen. Beim Erreichen des Gefrierpunkts (0 °C) stagniert die Temperatur allerdings so lange, bis weitere 80 kcal/kg entzogen wurden, um dann weiter proportional abzufallen. Der Grund dafür ist, dass die bei dieser Temperatur entzogene Wärmeenergie (Latenzwärme) den Wechsel von der flüssigen in die feste Phase bei gleichbleibender Temperatur bewirkt. Mit anderen Worten: Es werden die Bindungskräfte zwischen den Molekülen verändert, ohne deren kinetische Energie zu beeinflussen. Entsprechendes gilt beim Übergang zwischen flüssiger und dampfförmiger Phase. Die allgemein verzögernde Wirkung von Latenz führt meist zu unerwünschten Effekten, weil sie die Reaktion auf eine Anregung während einer häufig nur ungenau vorhersehbaren Zeitdauer aussetzt. Besonders in der Regelungs- und Kommunikationstechnik spielen Latenzen eine wichtige Rolle. Oft werden hier allerdings nicht völlig deckungsgleiche Synonyme wie Laufzeit, Totzeit, Reaktionszeit, Verweilzeit, Verarbeitungsdauer usw. verwendet.

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