Homematic Know-how Teil 6: Homematic für Tür und Tor

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Aus ELVjournal 06/2014     2 Kommentare
 Homematic Know-how Teil 6: Homematic für Tür und Tor
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In dieser Ausgabe zeigen wir, wie man mit Homematic Komponenten einen vorhandenen Garagentor-antrieb ansteuert, den Öffnungszustand des Garagentores visualisiert und eine „Garagentor noch offen“-Warnung generiert. Als weiteres Teil-Projekt zum Thema „Tür und Tor“ zeigen wir die Ein-bindung der neuen Homematic Klingelsignalerkennung, die uns eine E-Mail auf das Smartphone übermittelt, sobald es an der Haustür klingelt.

Der Garagentorantrieb wird eingebunden

Zunächst wollen wir zeigen, wie ein vorhandener Garagentorantrieb (in unserem Beispiel der DoorLift BASIC 60, siehe Komponentenaufstellung) in das Homematic System eingebunden wird. Es soll dabei eine einfache Ansteuerungsmöglichkeit über einen beliebigen Homematic Handsender sowie den Homematic Funksensor für elektrische Impulse „HM-Sen-EP“ (Bild 1) geben.
Bild 1: Mit einer anlernbaren Blinkfolge der Lichthupe lässt sich der Homematic Funksensor für elektrische Impulse „HM-Sen-EP“ für das Öffnen von Garagentoren einsetzen.
Bild 1: Mit einer anlernbaren Blinkfolge der Lichthupe lässt sich der Homematic Funksensor für elektrische Impulse „HM-Sen-EP“ für das Öffnen von Garagentoren einsetzen.
Dieser reagiert auf den Stromfluss im Kabel zu den Scheinwerfern beim Betätigen der Lichthupe mit einer bestimmten Sequenz, er wird entsprechend seiner Anleitung im Fahrzeug montiert. Zusätzlich soll der Öffnungszustand des Garagentors zudem über den Homematic Funk-Neigungssensor erfasst und dann auf der Homematic Statusanzeige visualisiert werden. Abschließend erstellen wir ein Zentralenprogramm, welches zu einem festgelegten Zeitpunkt den Öffnungszustand des Garagentors überprüft und bei noch geöffnetem Garagentor eine akustische Meldung auf dem Homematic Funk-Gong-Modul MP3 ausgibt.

Auswahl der richtigen Komponenten

Zunächst ist festzustellen, ob am Garagentorantrieb eine Versorgungsspannung für einen Homematic Aktor abgegriffen werden kann und ob ggf. noch ein separater Spannungswandler erforderlich ist, falls die vorhandene Spannung am Garagentorantrieb nicht zu den Homematic Aktoren passt.
Bild 2: Der Garagentorantrieb DoorLift BASIC 60 bietet auf seiner Anschlussleiste alle benötigten Anschlüsse für die Fernsteuerung. Details zeigt Bild 3.
Bild 2: Der Garagentorantrieb DoorLift BASIC 60 bietet auf seiner Anschlussleiste alle benötigten Anschlüsse für die Fernsteuerung. Details zeigt Bild 3.
In unserem Fall können wir am Garagentorantrieb DoorLift BASIC 60 (Bild 2) eine 24-V-Gleichspannung abgreifen und wandeln diese mit einem Spannungswandler (z. B. Kemo M015N) in eine für die Homematic Schaltaktoren für Batteriebetrieb passende 12-V-Gleichspannung um. In Bild 3 ist der zugehörige Anschlussplan gezeigt.
Bild 3: Der Anschlussplan des Garagentoröffner-Projekts, hier setzt ein kleiner Spannungswandler die vom Garagentorantrieb gelieferte Betriebsspannung um.
Bild 3: Der Anschlussplan des Garagentoröffner-Projekts, hier setzt ein kleiner Spannungswandler die vom Garagentorantrieb gelieferte Betriebsspannung um.
Des Weiteren muss geprüft werden, ob ein oder zwei Kontakteingänge am vorhandenen Garagentorantrieb zu beschalten sind. Ist am Garagentorantrieb lediglich ein Kontakteingang vorhanden, sprich toggelt man zwischen Hoch- und Runterfahren des Tores, kann zur Ansteuerung auf den Homematic 1-Kanal-Schaltaktor für Batteriebetrieb (Best.-Nr. J6-10 48 95) zurückgegriffen werden. Sind 2 Kontakteingänge vorhanden, also Hoch- und Runterfahren mit jeweils einem eigenen Kontakt, ist der Homematic 4-Kanal-Schaltaktor für Batteriebetrieb (Best.-Nr. J6-13 05 57) zu empfehlen. Da die Schaltaktoren für Batteriebetrieb über einen Open-Drain-Ausgang verfügen, ist in einigen Fällen ein zusätzliches Relais (potentialfreier Schaltkontakt) erforderlich. Die notwendigen Angaben hierzu müssen individuell aus der Bedienungsanleitung des jeweiligen Garagentorantriebs entnommen werden. Für unser Beispiel mit dem Garagentorantrieb DoorLift BASIC 60 ist lediglich ein Schaltkontakt und kein zusätzliches Relais notwendig (Toggeln über den Kontakt „PBSW“).

Erstellen von direkten Geräteverknüpfungen und Zentralenprogrammen

Zunächst erstellen wir die direkten Geräteverknüpfungen zwischen einem beliebigen Homematic Handsender und unserem Homematic Schaltaktor 1fach für Batteriebetrieb, der am Garagentorantrieb angeschlossen ist. Da lediglich ein kurzer Impuls am Eingang des Garagentorantriebs notwendig ist, hinterlegen wir eine Einschaltdauer von 1 Sekunde. Bild 4 zeigt diese Verknüpfung.
Bild 4: Die Geräteverknüpfung eines Homematic Handsenders im Zentralenprogramm. Wichtig ist hier die sehr kurze Einschaltdauer, da der Steuereingang des Garagentorantriebs eine Momentschaltung erwartet.
Bild 4: Die Geräteverknüpfung eines Homematic Handsenders im Zentralenprogramm. Wichtig ist hier die sehr kurze Einschaltdauer, da der Steuereingang des Garagentorantriebs eine Momentschaltung erwartet.

Experten-Tipp zu Bild 4:
Es können natürlich weitere direkte Geräteverknüpfungen erstellt werden, um z. B. die Beleuchtung in Garage und Außenbereich einzuschalten, um sicher zur Haustür zu gelangen.

Anschließend wird nach gleicher Vorgehensweise eine direkte Geräteverknüpfung zwischen dem Homematic Funksensor für elektrische Impulse und unserem Homematic Schaltaktor erstellt. Nun erfolgt in einem Zentralenprogramm (Bild 5) die Abfrage des Öffnungszustands des Garagentors mit Hilfe des Homematic Funk-Neigungssensors sowie die entsprechende Visualisierung auf der Homematic Statusanzeige.
Bild 5: Mit diesem Zentralenprogramm erfolgt die Prüfung des Öffnungszustands und die Signalisierungsausgabe an die Homematic Statusanzeige.
Bild 5: Mit diesem Zentralenprogramm erfolgt die Prüfung des Öffnungszustands und die Signalisierungsausgabe an die Homematic Statusanzeige.
Abschließend erstellen wir ein Zentralenprogramm, welches zu einem festgelegten Zeitpunkt den Öffnungszustand des Garagentors überprüft und bei noch geöffnetem Tor eine „Garagentor noch offen“-Warnung über das Homematic Funk-Gong-Modul MP3 ausgibt. Bild 6 zeigt auch dieses Programm, dazu die entsprechenden Einstellungen der Zeitsteuerung und die Kanalaktion für das MP3-Soundmodul.
Bild 6: So erfolgt die zeitliche Prüfung des Öffnungszustands und die Signalisierung über das MP3-Soundmodul.
Bild 6: So erfolgt die zeitliche Prüfung des Öffnungszustands und die Signalisierung über das MP3-Soundmodul.

Experten-Tipp zu Bild 6:
ELV bietet unter Webcode #2072 ein umfangreiches MP3-Archiv mit verschiedensten Tönen zum kostenlosen Download an.

Der Prüfzeitpunkt kann natürlich auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden, auch mehrmalige Überprüfungen im Laufe des Tages sind so möglich.

Wenn der Postbote klingelt – E-Mail aufs Smartphone

Zum Abschluss unseres Projekts „Homematic für Tür und Tor“ wird die neue Homematic Klingelsignalerkennung so eingebunden, dass wir eine E-Mail auf dem Smartphone erhalten, sobald es an der Haustür klingelt. Hierzu muss zunächst die Homematic Klingelsignalerkennung gemäß der beiliegenden Bedienungsanleitung an die vorhandene Klingelanlage angeschlossen werden (zur Einbindung in die Klingelanlage siehe auch Artikel zum Funk-Klingelsignalsensor in diesem Heft). Die Auslösung kann wahlweise über einen potentialfreien Taster oder die Klingelspannung erfolgen (5–12 V Wechsel- oder Gleichspannung).

EMail-AddOn installieren und einrichten

Für den E-Mail-Versand wird das kostenlose Add-on „EMail-AddOn“ benötigt, welches von www.homematic- inside.de heruntergeladen werden kann. Die heruntergeladene „tar.gz“-Datei wird dann, ohne diese vorher zu entpacken, direkt unter Einstellungen -> Systemsteuerung -> Zusatzsoftware auf die Homematic Zentrale hochgeladen und installiert (Bild 7).
Bild 7: Nach dem Herunterladen der Software EMail-AddOn erfolgt das Installieren über die Systemsoftware der CCU2. Achtung! Das heruntergeladene .tar-File nicht entpacken!
Bild 7: Nach dem Herunterladen der Software EMail-AddOn erfolgt das Installieren über die Systemsoftware der CCU2. Achtung! Das heruntergeladene .tar-File nicht entpacken!
Anschließend wird die CCU2 neu gestartet. Nach der Installation von EMail-AddOn auf der Homematic Zentrale muss dieses eingerichtet werden. Hierzu ist zunächst das Add-on über Einstellungen -> Systemsteuerung -> Zusatzsoftware -> E-Mail -> Einstellen aufzurufen und unter dem Reiter „Account“ die Daten der gewünschten Absender-Adresse einzutragen. Anschließend können unter dem Reiter „E-Mails“ die vorhandenen 50 Vorlagen mit Empfänger-Adresse, Betreff und Meldetext versehen werden. Bild 8 zeigt dies an einem Beispiel.
Bild 8: Über EMail-AddOn erfolgt die Einrichtung des E-Mail-Zugangs, des Empfängers und die Generierung der Meldung.
Bild 8: Über EMail-AddOn erfolgt die Einrichtung des E-Mail-Zugangs, des Empfängers und die Generierung der Meldung.

Experten-Tipp zu Bild 8:
Wir empfehlen einen E-Mail-Provider zu verwenden, der Push-Benachrichtigungen unterstützt, so dass Sie unverzüglich über das Ereignis informiert werden. Alle gängigen E-Mail-Anbieter wie z. B. GMX, Web.de, t-online.de und Gmail bieten diesen Service kostenlos an.

E-Mail-Versand über ein Zentralenprogramm

Um nun bei Betätigung des Klingeltasters eine E-Mail zu erhalten, muss die Homematic Klingelsignalerkennung wie folgend beschrieben in ein Zentralenprogramm (Bild 9) eingebunden werden.
Bild 9: So löst das Modul „Klingelsignalerkennung“ via Zentralenprogramm den E-Mail-Versand aus. Zum hier benötigten Skript gibt es im Artikeltext weitere Erläuterungen.
Bild 9: So löst das Modul „Klingelsignalerkennung“ via Zentralenprogramm den E-Mail-Versand aus. Zum hier benötigten Skript gibt es im Artikeltext weitere Erläuterungen.

Im Feld „Skript“ fügt man folgende Zeilen ein und ersetzt lediglich „ID“ durch die gewünschte E-Mail-Vorlage (01 bis 50).
string stdout;
string stderr;
system.Exec(„/etc/config/addons/email/email ID“, &stdout, &stderr);

Wenn z. B. E-Mail-Vorlage 23 genutzt werden soll, sieht das Skript folgendermaßen aus:
string stdout;
string stderr;
system.Exec(„/etc/config/addons/email/email 23“, &stdout, &stderr);

Die hier gezeigten Beispiele zur Nutzung von Homematic Komponenten im Bereich „Tür & Tor“ sind nur eine kleine Auswahl aus den Möglichkeiten, die sich mit der Homematic SmartHome-Technik ergeben. Weitere Anwendungen ergeben sich aus der Nutzung von Tür-/Fensterkontakten der KeyMatic- und WinMatic-Systeme.

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Kommentare:

17.12.2016 schrieb Bernhard Brenner:
„Ich habe die Garagentor-Einbindung mit Homematic 1:1 umgesetzt, einschließlich Spannungswandler. Leider zeigt meine CCU2 dauerhaft als Servicemeldung zu geringe Batteriespannung am Garagentor-Schaltaktor an, der ja am Spannungswandler angeschlossen ist. Wie kann man das beheben? Danke und schöne Grüße B. Brenner”
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28.03.2019 schrieb ELV - Technische Kundenbetreuung:
„Hallo Bernhard Brenner, bitte wende dich zur individuellen Fehlersuche an unsere technische Kundenberatung. ”
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