Homematic IP Schaltaktor für Markenschalter mit Signalleuchte Teil 3

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Aus ELVjournal 04/2018     0 Kommentare
 Homematic IP Schaltaktor für Markenschalter mit Signalleuchte Teil 3
Bausatzinformationen
ungefähr Bauzeit(Std.)Verwendung von SMD-Bauteilen.
22OK2/18

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Ein Wandschalter mit Beleuchtung? Gibt es schon lange – mit Glimmlampe zum Finden im Dunkeln oder zur Kontrolle der Schaltstellung. Unser HmIP Schaltaktor, Kurzbezeichnung HmIP-BSL, bietet ganz neue Optionen: Er kann in zwei unterschiedlich beleuchtbaren Feldern sowohl Signalisationsaufgaben abhängig oder unabhängig vom eigentlichen Schaltaktor wahrnehmen als auch, z. B. weiß hinterleuchtet, als Nachtund Orientierungsbeleuchtung dienen. Und wie bei dieser Art von Homematic IP Geräten inzwischen üblich ordnet er sich dank der flachen Bauweise und der Ausführung als 55-mm-Unterputzgerät in vorhandene Installationslinien ein. Im dritten Teil schildern wir die Anbindung des Geräts an eine Zentrale.

Anmelden im System und Konfiguration

Um den Aktor an eine Homematic Zentrale oder an einen Homematic IP Access Point anzulernen, ist bei dem jeweiligen Zentralenelement zuerst der entsprechende Anlernmodus zu starten. In Bild 29 ist der relevante Teilausschnitt aus dem CCU2-Dialog zu sehen. Danach sollte ein kurzer Tastendruck am Systemtaster des Aktors vorgenommen werden, wenn dieser bereits länger als drei Minuten an der Netzspannung angeschlossen ist. Alternativ kann man ihn auch durch Ab- und Wiederanschalten der Netzspannung neu starten.
Bild 29: Über den Anlernmodus der WebUI kann der Aktor an die CCU2 angelernt werden.
Bild 29: Über den Anlernmodus der WebUI kann der Aktor an die CCU2 angelernt werden.
Wenn der HmIP-BSL an eine Homematic Zentrale angemeldet ist, befindet sich das Gerät zunächst im Posteingang (Bild 30). Hier sind die grundlegenden Konfigurationen wie die Vergabe eines Namens oder die Raumzuordnung vorzunehmen, und man kann einen ersten Verbindungstest durchführen.
Bild 30: So erscheint der HmIP-BSL mit seinen Kanälen zunächst im Posteingang.
Bild 30: So erscheint der HmIP-BSL mit seinen Kanälen zunächst im Posteingang.
Die Screenshots in Bild 31–Bild 35 zeigen die Konfigurationsmöglichkeiten des HmIP-BSL in Verbindung mit einer Homematic Zentrale CCU2.
Bild 31: Das Konfigurationsfenster für die geräteübergreifenden Parameter im Kanal 0
Bild 31: Das Konfigurationsfenster für die geräteübergreifenden Parameter im Kanal 0
Bild 31 zeigt die Einstellungen von Kanal 0, dieser Kanal ist für die geräteübergreifenden Parameter zuständig. Hier lassen sich die zyklischen Statusmeldungen des Aktors deaktivieren oder ihr Intervall anpassen. Die lokale Reset-Funktion am Aktor kann hier ebenfalls gesperrt werden. Damit kann ein Reset des Geräts nur noch per Funk über die Zentrale erfolgen. Für die integrierte Wochenprogrammfunktion können bei Kanal 0 zusätzlich einige Konfigurationen vorgenommen werden, die Einfluss auf die berechneten Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten haben. Mit einem Klick auf „DST konfigurieren“ lassen sich Details zur Sommerzeit konfigurieren oder diese Details auch wieder verbergen. Kanal 1 und 2, siehe Bild 32, sind für die Eigenschaften der Kanaltasten der Tasterwippe zuständig. Hier lässt sich das Verhalten der kurzen und langen Tastendrücke anpassen. Da die Einstellmöglichkeiten bei den beiden Tasteingängen identisch sind, wird nur Kanal 1 als repräsentativer Ausschnitt gezeigt.
Bild 32: Die Parameter für die beiden Kanaltasten sind identisch, repräsentativ wird hier Kanal 1 gezeigt.
Bild 32: Die Parameter für die beiden Kanaltasten sind identisch, repräsentativ wird hier Kanal 1 gezeigt.
In Bild 33 sind die Kanäle für den Schaltausgang aufgelistet. Beginnend mit den Realkanal (Kanal 3), der für den Schaltzustand des Ausgangs zuständig ist, gefolgt von den drei zugehörigen virtuellen Aktorkanälen (Kanäle 4 bis 6). Über den Realkanal kann das Sendeverhalten bei Zustandsänderungen konfiguriert werden. Weiterhin lässt sich hier auch die ab Werk deaktivierte Status- LED des Aktors wieder einschalten. Die Kanäle 4 bis 6 spiegeln die dem Kanal 3 zugeordneten virtuellen Kanäle wider. Zu ihnen werden die Direktverknüpfungen mit HmIP Sendern hergestellt. Kanal 4 ist intern ab Werk bereits mit Kanal 1 und 2 verknüpft. An diese beiden Tasterkanäle (Kanal 1/2) kann man weitere Aktoren anlernen, die daraufhin zusammen mit dem HmIP-BSL geschaltet werden.
Bild 33: Bei Kanal 3 bis 6 lassen sich die Eigenschaften des Schaltausgangskanals und seiner zugehörigen virtuellen Aktorkanälen konfigurieren.
Bild 33: Bei Kanal 3 bis 6 lassen sich die Eigenschaften des Schaltausgangskanals und seiner zugehörigen virtuellen Aktorkanälen konfigurieren.
Auch der umgekehrte Fall ist denkbar. Die Kanäle 4 bis 6 können mit HmIP Sendern verknüpft werden, wobei die hier eingestellte Verknüpfungsregel angewendet wird. Des Weiteren kann hier das Verhalten des Kanals bei Spannungszufuhr eingestellt werden. Wird Kanal 4 zur Verknüpfung verwendet, ist darauf zu achten, dass bei einer Änderung des Schaltverhaltens, z. B. der Einschaltdauer, auch die interne Verknüpfung mit betroffen ist!
Nach den Kanälen für den Schaltaktor folgen die Kanäle für die beiden LED-Signalleuchten. Da die Einstellmöglichkeiten der beiden LEDSignalleuchten identisch sind, wird auch hier nur der erste Kanal als repräsentativer Ausschnitt gezeigt, siehe dazu Bild 34. Der Aufbau der Kanäle ist vergleichbar zum Schaltaktor. Es gibt jeweils einen Realkanal (7 und 11) mit dazugehörigen virtuellen Kanälen (8 bis 10 und 12 bis 14). Im Vergleich zum Schaltausgang sind die Einstellmöglichkeiten bei den LED-Dimmerkanälen etwas umfangreicher. Die LED-Dimmerkanäle verfügen über zwei Felder mit Verknüpfungsregeln, da neben dem eigentlichen Licht (Helligkeit) auch die Farbe mit den anderen virtuellen Kanälen verknüpfbar ist. Auch kann hier der Dimmwert, also die Helligkeit der LED-Signalleuchte, eingestellt werden. Bei den Verknüpfungsregeln für die Farbe wurden die Möglichkeiten auf das logische „ODER“ und das logische „UND“ reduziert, da damit bereits alle Farbmischungen erschlossen sind. Mehr zu dem Thema ist in dem Abschnitt „Farben mischen mit virtuellen Kanälen“ erläutert.
Bild 34: Identisch zum Schaltaktor lassen sich bei den Kanälen 7 bis 14 die Eigenschaften der LED-Dimmerkanäle und der zugehörigen virtuellen Aktorkanälen konfigurieren. Repräsentativ wird auch hier nur der erste Dimmaktor gezeigt.
Bild 34: Identisch zum Schaltaktor lassen sich bei den Kanälen 7 bis 14 die Eigenschaften der LED-Dimmerkanäle und der zugehörigen virtuellen Aktorkanälen konfigurieren. Repräsentativ wird auch hier nur der erste Dimmaktor gezeigt.
Den Abschluss der Kanalliste bildet der Wochenprogramm-Kanal mit der Kanalnummer 15. Hier können für verschiedene Wochentage Schaltzeitpunkte zu festen Uhrzeiten oder Astrozeiten sowie deren Kombination (siehe Bild 35) und die dann auszuführende Aktion konfiguriert werden. Mithilfe der Astrozeiten ist es möglich, eine an den jahreszeitlich sich verändernden Sonnenstand gleitende Schaltzeit zu realisieren. In der aktuellen Soft- und Firmwareversion von CCU2 und HmIP-BSL sind die Wochenprogramm-Einstellungen nur auf den Schaltaktorkanälen anwendbar. Mittels eines anstehenden Soft- und Firmware-Updates wird das Wochenprogramm außerdem auf die beiden LED-Signalleuchten erweitert. Weitere Anmelde- und Konfigurationshinweise, insbesondere zur Einbindung in das Homematic IP System, finden sich in der zum Gerät bzw. dem Bausatz mitgelieferten Bedienungsanleitung.
Bild 35: Einstellmöglichkeiten des Wochenprogramm-Kanals
Bild 35: Einstellmöglichkeiten des Wochenprogramm-Kanals

Farben mischen mit virtuellen Kanälen

Die Anwendung von virtuellen Aktorkanälen und deren Verknüpfungslogik ist ein bereits grundlegendes Feature der Homematic Aktoren in Verwendung mit einer CCU. Die Möglichkeiten, damit spezielle Probleme zu lösen, sind dabei sehr umfangreich. Um das grundlegende Prinzip der virtuellen Kanäle zu verstehen, gibt es dazu auf der ELV Homepage eine Website, die das Thema mit Beispielen erläutert. Näheres dazu siehe [1]. Wie schon zuvor erwähnt, wurden die Verknüpfungslogiken für die Farbe auf das logische „ODER“ und das logische „UND“ reduziert. Dies wurde eingeführt, da sich die Verknüpfungslogik hier nicht auf einen Ausgangspegel wie bei einem Schalter oder Dimmer bezieht, sondern auf die darzustellende Farbe der LED-Signalleuchte. Zudem sind mit diesen beiden Logiken bereits alle Farbmischungen möglich, die benötigt werden. Das logische „ODER“ wird in diesem Fall für die additive Farbmischung, also dem Hinzufügen einer Farbe verwendet. Dementsprechend nutzt man das logische „UND“ für die subtraktive Farbmischung, also dem Entfernen von Farben. Eine bildliche Verdeutlichung zur additiven und subtraktiven Farbmischung ist in Bild 36 zu sehen.
Bild 36: Darstellung der additiven (links) und der subtraktiven (rechts) Farbmischung
Bild 36: Darstellung der additiven (links) und der subtraktiven (rechts) Farbmischung

Identisch zu den Beispielen in Bild 36 sind die Farben, die bei den LED-Signalleuchten zur Verfügung stehen, die drei Primärfarben Rot, Grün und Blau. Diese drei Grundfarben wurden einem binären System zugeordnet, wodurch jede einen bestimmten Wert erhielt. Über eine klassische Binärtabelle (Tabelle 1) wurden dann alle möglichen Kombinationen erstellt.

So wurden alle Grund- und Mischfarben erzeugt und es ergaben sich dadurch automatisch auch die Werte für die Mischfarben. Anhand der sich ergebenen Werte aus der Tabelle für jede Farbe kann nun mittels der logischen Verknüpfungen und der Berechnungsformel für die virtuellen Kanäle, die unter [1] vorgestellt wurde, die Ausgabefarbe ermittelt werden.

Ausgabefarbe = ([{INITIALFARBE o A} o B] o C)

Die kleinen Kreise werden dabei durch das Verknüpfungszeichen des jeweiligen virtuellen Kanals ersetzt und als Initialfarbe wird der Wert 0x00 also Schwarz/ Farblos vorausgesetzt. An einem Beispiel soll die Wirkungsweise verdeutlicht werden:

Kanal 1: OR, A = Weiß (0x07)
Kanal 2: AND, B = Rot (0x04)
Kanal 3: OR, C = Grün (0x02)

Damit ergibt sich für die Ausgangsfarbe die folgende Formel:

Ausgabefarbe = ([{0x00 OR 0x07} AND 0x03] OR 0x02) 0x00 (Schwarz/Farblos) OR 0x07 (Weiß) = 0x07 (Weiß) 0x07 (Weiß) AND 0x04 (Rot) = 0x04 (Rot) 0x04 (Rot) OR 0x02 (Grün) = 0x06 (Gelb)

Als Ausgabefarbe ergibt sich in diesem Beispiel dann Gelb.

Weitere Infos:

[1] https://www.elv.de: Webcode #10097

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