Bio-Angeln für Seltene Erden

06.11.2018 - Wie Eiweiß-Bruchstücke Elektronik-Schrott recyceln

Bio-Angeln für Seltene Erden
Grafik: Dr. Franziska Lederer

Ohne wichtige Schlüssel-Elemente, wie Kupfer oder die Metalle der Seltenen Erden, funktioniert weder die moderne Elektronik noch fließt elektrischer Strom. Ausgediente Energiesparlampen, Handys, Computer und Schrotte könnten eine wichtige Quelle für diese Rohstoffe sein, allerdings lassen sich die wertvollen Hightech-Metalle von dort nur schwer zurückgewinnen. Es sei denn, man angelt mit kleinen Eiweiß-Bruchstücken danach.

Die defekte Energiesparlampe und das ausgediente Handy wandern heutzutage mehr oder weniger zuverlässig über Sammelbehälter in Großmärkten und andernorts zu den Wertstoffhöfen. Für besonders wertvolle Inhaltsstoffe wie die Seltenen Erden Terbium, Yttrium oder Lanthan, die oft nur in geringen Konzentrationen vorliegen und die fest mit anderen Komponenten verbunden sind, gibt es allerdings häufig noch keine wirtschaftlichen Recyclingtechnologien. „Allein 25.000 Tonnen Leuchtpulver der ausgedienten Energiesparlampen dürften daher in der Europäischen Union bis zum Jahr 2020 gesammelt werden“, berichtet die Biologin Dr. Franziska Lederer vom HZDR. Die Nachwuchsgruppe „BioKollekt“, die Dr. Lederer seit dem 1. Oktober 2018 am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) – einem Institut des HZDR – leitet, beschäftigt sich deshalb mit neuartigen Technologien, um Seltene Erden beispielsweise aus dem Leuchtpulver ausgedienter Energiesparlampen zu gewinnen. Mit diesen Methoden können aber auch wichtige Metalle wie Kupfer und Gold aus dem Abraum von Bergwerken gewonnen oder Plastik sortiert und wiederverwendet werden.



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