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Nicht LTE störfest

Informationen zum Mobilfunkstandard LTE und die Störungen von anderen Geräten im 800 MHz Band
Ähnlich wie bei UMTS hat die Bundesregierung für LTE Frequenzen an die Betreiber von Mobilfunknetzen versteigert. Neben Frequenzen im 2,6 GHz Band, sowie bei 2,0 und 1,3 GHz wurden auch Frequenzen im 800 MHz Band lizenziert. Insgesamt wurden mehr als 4,4 Milliarden Euro bei der Versteigerung erlöst, die dem allgemeinen Bundeshaushalt zufallen.

Aus Sicht der Mobilnetzbetreiber besonders attraktiv sind die Frequenzen bei 800 MHz, da hier die höchsten Reichweiten erzielt werden können, womit sich gerade ländliche Gebiete besonders kostengünstig versorgen lassen. So verwundert es auch nicht, dass mehr als 3,5 Milliarden Euro bzw. etwa 80% hierfür erlöst wurden, obwohl im 800 MHz Band nur 20% des Spektrums für LTE liegen.

Neben dem verständlichen Argument, dass hier mit LTE die Internetversorgung in Gebieten ohne DSL bzw. Kabelnetze verbessert werden soll, sollten natürlich auch die Interessen der bisherigen Nutzer im 800 MHz Band gesehen werden. So können beispielsweise Funkmikrofone praktisch gar nicht mehr betrieben werden, obwohl bislang eine kostenlose, sogar lizenzierte Nutzung möglich war. Dies betrifft nicht nur Hotels, Konferenzveranstalter und Vermieter von A/V Technik, sondern ebenso Kirchengemeinden, Schulen und Veranstaltungsräume in Gemeinden, von denen nun neue Geräte angeschafft werden müssten, die dazu aber zumeist kein Budget haben. Entschädigungszahlungen sind zwar vorgesehen, die Mittel decken aber nur geschätzte 10% des Bedarfs ab und sind an recht komplizierte bürokratische Schritte gebunden. Hier gilt „wer zuerst kommt mahlt zuerst“. Nach 2015 ist der Betrieb dieser Funkmikrofone dann sogar untersagt.

Bei der Frequenzzuteilung für LTE wurde auch genehmigt, dass die Ausstrahlungen in den LTE Seitenbändern in bestimmtem Umfang sogar in benachbarte Bänder reichen dürfen. Hiervon ist auch das 868 MHz Band betroffen, in dem viele Hausautomationsgeräte arbeiten. Für Empfänger in diesen Bändern stellt sich LTE wie eine Erhöhung des Rauschniveaus dar.

Bei modernen Empfängern – wie beispielsweise in HomeMatic – wirkt sich LTE trotzdem in der Praxis kaum aus. Nur wenn ein Gerät sehr dicht – z.B. weniger als 1m – von einem LTE Router betrieben wird, erhöht sich der Anteil der Pakete, die auf dem Funkweg gestört werden überhaupt messbar. Bei älteren Empfängern oder besonders simplen Empfängern kann sich die Situation allerdings auch anders darstellen. Hiervon könnten „Billigfunkprodukte“ im Handel betroffen sein. Insgesamt ist aber festzustellen, dass das Risiko von Störungen von LTE durch die Nachbarschaft im 868 MHz Band immer noch geringer bleibt, als das Risiko von Störungen durch WLAN im 2,4 GHz Band für dortige Hausautomations-Geräte.

Auch bei neueren Geräten von FS20 spielt LTE praktisch keine Rolle. Anders sieht es bei bestimmten älteren FS20 Geräten aus. Hier haben wir in den letzten Jahren eine Reihe von Geräten bezüglich des Empfängers überarbeitet. Es gibt aber eine mehrere Geräte, bei denen eine Überarbeitung nicht möglich oder nicht sinnvoll ist (zum Beispiel weil es ein ähnliches Nachfolgegerät gibt). Diese sind im Katalog und auf der Webseite gekennzeichnet.

LTE Frequenzen im 800 MHz Band
Nutzer Uplink Downlink Preis
Deutsche Telekom 852–862 MHz 811–821 MHz 1,153 Mrd. €
Vodafone 842–852 MHz 801–811 MHz 1,210 Mrd. €
O2 832–842 MHz 791–801 MHz 1,212 Mrd. €
Quelle: Wikipedia

LTE Frequenzen im 800 MHz Band
LTE Frequenzen im 800 MHz Band
Quelle: Wikipedia

LTE Frequenzversteigerung 2010
LTE Frequenzversteigerung 2010
Quelle: Landesanstalt für Medien NRW