ELV-Ratgeber im Bereich "Sicherheitstechnik"

ELV-Ratgeber zu: Hier erfahren Sie wie die Einbruchsicherung in einem Einfamilienhaus aussehen kann!

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In Deutschland verfügt nur einer von 10 privaten Haushalten über eine Einbruch- oder Brandmeldeanlage. Im Vergleich zu anderen Ländern liegt Deutschland damit weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. In den USA etwa sind bis zu 90 % der privaten Haushalte mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet. Dies könnte man zwar mit der dort bevorzugten Holzbauweise und entsprechend strengen Bauvorschriften begründen, es zeigt aber doch, welcher Nachholbedarf in Deutschland herrscht, wo nur in wenigen Bundesländern überhaupt und dann nur für Neubauten eine Rauchmelderpflicht besteht.

Einen absoluten Schutz gegen Einbruch, Überfall und Diebstahl gibt es nicht. Jedoch ist in Zeiten steigender Verbrechenszahlen bei diesen Delikten neben einer Brandmeldeanlage ein zusätzlicher Schutz des vorhandenen Eigentums eine sehr sinnvolle Maßnahme. Praktisch in jedem Haushalt sind Gegenstände vorhanden, die für Einbrecher interessant sind, z.B. Schmuck, technische Geräte, Kunstgegenstände, Bargeld oder auch „nur” die Originalschlüssel des Autos. Ein Einbrecher möchte leise und unauffällig seiner „Tätigkeit” nachgehen. Ein durch eine Alarmanlage ausgelöster Alarm z.B. per externer Alarmsirene oder Alarmblitzer, bewegt nicht nur den Einbrecher zur Flucht, sondern macht auch Nachbarn und Passanten auf den Notfall aufmerksam, und größere Folgeschäden durch Vandalismus, Körperverletzungen oder Vertuschungstaten können weitgehend vermieden werden.

Eine nachträgliche Installation einer Alarmanlage ist jedoch bei den herkömmlichen Alarmanlagen, die mit drahtgebundenen Meldern arbeiten, mit umfangreichen Kabel-Verlege- und damit Bauarbeiten wie Mauerschlitze, Durchbrüche, Löcher usw. verbunden. Oft sind solche Arbeiten auch gar nicht möglich, da im gemieteten Wohnraum Änderungen in diesem Umfang nicht durchgeführt werden dürfen. Auch in modernen Energiesparhäusern in (teilweiser) Holzbauweise ist ein nachträgliches Verlegen von Kabeln oft nicht möglich.

Hier punktet die Funk-Alarmanlage: Aufgrund der Funkübertragung ist sie besonders einfach zu installieren. Die Verlegung von Kabeln entfällt fast vollständig, alle Komponenten sind per Funk verbunden und meist sogar batteriebetrieben, somit netzunabhängig und völlig kabellos.

Auch passiver Schutz ist wichtig
Auch die sonstige Absicherung des Hauses oder der Wohnung muss entsprechend ausgelegt sein, um ein Eindringen möglichst schwer zu machen. Denn: je länger der Einbrecher braucht, um ein Hindernis zu überwinden, desto größer ist die Gefahr der Entdeckung, und er verliert meist die Geduld an einem massiven Hindernis, das nicht in kurzer Zeit überwunden werden kann. Zu einer guten Absicherung gehört deshalb nicht nur eine Alarmanlage, sondern auch sicherheitstechnisch ausgelegte Haustüren, Türschlösser, Nebeneingangstüren, abschließbare Kellerfenster und deren Abdeckungen, sowie der Fenster des Gebäudes. Eine sichere und teure Haus- oder Wohnungstür bietet wenig Schutz, wenn der Nebeneingang oder die Terrassentür hinter dem Haus aus Kostengründen nur unzureichend geschützt sind.

Nähere Auskünfte zur passiven Absicherung erhalten Sie bei Tür-/Fenster-Fachbetrieben und bei den Beratungsstellen der Polizei.



Planung der Installation
Vor der Installation einer Alarmanlage sollten Sie sich zuerst anhand des Grundrisses des zu überwachenden Objekts einen Plan machen, welche Türen, Fenster, Räume usw. auf welche Art abgesichert werden sollen.

Erstellen Sie eine Skizze, in der Art und Position des jeweiligen Sensors vermerkt sind. Dies dient auch zur Planung des Bedarfs an Sensoren. Notieren Sie auch weitere Daten neben den jeweiligen Sensor, z.B. den Typ (intern/extern, Verschlussgruppe). Diese Dokumentation ist später für die Anmeldung der Sensoren bei der Alarmzentrale sowie bei eventuellen Änderungen eine wertvolle Hilfe.

Tipps zur Positionierung von Alarmzentrale und Sensoren (bezogen auf das oben abgebildete Beispiel):
(1) Die Alarmzentrale selbst sollte an einem zentralen Ort mitten im Überwachungsbereich montiert werden, um alle Funkstrecken möglichst kurz zu halten. Ein geeigneter Ort ist z. B. der Hausflur. Noch besser ist es, wenn als Montageort ein abgesicherter Bereich gewählt wird, z. B. ein separat verschließbarer Abstellraum. In jedem Fall muss die Alarmzentrale in einem Bereich angebracht sein, der von Alarmsensoren ausreichend geschützt ist. Andernfalls kann sich ein Einbrecher ungehindert der Alarmzentrale nähern und diese, z. B. durch Zerstören, außer Betrieb nehmen. In unserem Beispiel wurde die Funk-Alarmzentrale im Hauswirtschaftsraum (HWR) montiert und über einen Bewegungsmelder sowie einen Tür-/Fensterkontakt gesichert.

(2) Funk-Bewegungsmelder: Dieser erkennt Bewegungen, wenn der Eindringling z. B. nicht durch (gesicherte) Fenster oder Türen, sondern durch andere Wege in das Haus oder die Wohnung gelangt ist (ungesicherte Dachfenster, Kellerfenster usw.). Mit einem Funk-Bewegungsmelder kann ein Raum mit einer Länge bis etwa 10 m abgesichert werden. Damit eine Außenhautsicherung realisiert werden kann, während man sich selbst im Haus befindet, wurden alle Fenster mit einem (3) Tür-/Fensterkontakt
gesichert. Somit können bei einer Extern-Scharfschaltung der Alarmzentrale die Erfassungsbereiche der Bewegungsmelder im Haus durchlaufen werden, ohne einen Alarm auszulösen. Gleichzeitig ist die Außenhaut jedoch gesichert.

(4) Eine außen am Haus montierte Sirene mit Blitzleuchte wird über die (5) Funk-Sirenen-Blitzansteuerung, die im Innenbereich direkt auf der Gegenseite montiert ist, gesteuert. Diese Kombination sollte in einer Höhe von mindestens 3 m installiert werden. Daran denken: die Dauer eines Sirenenalarms ist gesetzlich begrenzt!