CUxD – das Leatherman für die HomeMatic®-CCU Teil 2

5,00
Aus ELVjournal 01/2015     0 Kommentare
 CUxD – das Leatherman für die HomeMatic®-CCU Teil 2

Inhalt des Fachbeitrags

PDF- / Onlineversion herunterladen

Nach der Vorstellung der CUxD-Zusatzsoftware für die HomeMatic-CCU im ersten Teil unserer kleinen Serie geht es nun in die Praxis. Wir erläutern Schritt für Schritt die Einrichtung des CUL-Sticks und beschreiben, wie man FS20- und FHT-Komponenten in das CCU-System einbindet.

Das Einrichten des CUL-Sticks

Wie bereits im ersten Teil beschrieben, ist zur Einbindung von FS20-/FHT-Komponenten ein CUL-USB-Stick von Busware.de erforderlich. Da der Stick ohne Firmware ausgeliefert wird, muss zunächst die erforderliche Firmware (CULFW) aufgespielt werden. Diese hat die CUxD-Software bereits „Onboard“, womit das Aufspielen direkt über die CUxD-Oberfläche unter dem Punkt „Setup“ durchgeführt werden kann.
Bild 1: Die Lage der „Program“-Taste auf dem CUL-Stick
Bild 1: Die Lage der „Program“-Taste auf dem CUL-Stick
Ein neuer, leerer Stick befindet sich sofort im Programmiermodus. Ist auf dem Stick bereits eine Firmware installiert, stellt man die USB-Verbindung bei gedrückter „Program“-Taste (Bild 1) her. Zum Firmware-Update kann ein angesteckter CUL-Stick mit installierter CULFW-Firmware auch über den CUxD-Menüpunkt „Terminal“ durch Eingabe von „BBB“ in den Programmiermodus versetzt werden.
Anschließend erfolgt, wie in Bild 2 zu sehen, durch einen Klick auf „Firmware-Update starten“ das Aufspielen der aktuellen Firmware (hier „CUL_V3_162.hex“).
Bild 2: Im Setup-Menü erfolgt das Firmware-Update des CUL-Sticks.
Bild 2: Im Setup-Menü erfolgt das Firmware-Update des CUL-Sticks.
Ist dies erfolgreich verlaufen, wird der Stick auf der CUxD-Statusseite, wie in Bild 3 zu sehen, als aktiv angezeigt.
Bild 3: Das CUx-Status-Fenster: oben der erkannte CUL-Stick, unten bereits gefundene Geräte
Bild 3: Das CUx-Status-Fenster: oben der erkannte CUL-Stick, unten bereits gefundene Geräte
Sollte dieser Eintrag fehlen, hilft ein kurzzeitiges Trennen des Sticks vom USB-Anschluss, um einen Neustart der Firmware zu erzwingen. Wenn sich bereits FS20- bzw. FHT-Sender im Betrieb befinden, werden diese zudem im unteren Teil der CUxD-Statusseite unter den aktuell gefundenen Adressen angezeigt.

Empfangene Befehle

Alle vom CUL-Stick empfangenen (→) und gesendeten (←) Befehle werden im CUxD-Terminal angezeigt (Menüpunkt „Terminal“, siehe Bild 4).
Bild 4: Das Sende-/Empfangs-Terminal: obere Zeile empfangener Befehl, untere Zeile gesendeter Befehl
Bild 4: Das Sende-/Empfangs-Terminal: obere Zeile empfangener Befehl, untere Zeile gesendeter Befehl

Erzeugen eines CUx-Geräts

Um nun eine Fremdkomponente wie in unserem Beispiel die Funk-Steckdose FS20 ST oder einen Wandthermostat FHT 80b in die HomeMatic-WebUI einzubinden, muss im CUxD zuerst ein entsprechendes Gerät angelegt werden. Dazu klickt man in der CUxD-Web-Oberfläche auf den Punkt „Geräte“. In der links eingeblendeten Gerätetypen-Liste (Bild 5) kann nun der entsprechende Gerätetyp ausgewählt werden.
Bild 5: Die CUxD-Auswahl der Gerätetypen
Bild 5: Die CUxD-Auswahl der Gerätetypen
Eine umfassende Beschreibung der unterschiedlichen Gerätetypen ist in der CUxD-Anleitung [1] zu finden. In unserem Fall wählen wir für die Funk-Steckdose FS20 ST den Typ „(02) Schaltaktor (1-Kanal)“ und für den FHT 80b den Typ „(08) Wandthermostat“.
Nach dem Klick auf den Gerätetyp erhält man die Möglichkeit, der Komponente eine Seriennummer, einen Namen und ein beliebiges Geräte-Icon zuzuweisen. Da die Seriennummer automatisch fortlaufend vergeben wird, muss diese nicht zwingend geändert werden. Für den Gerätetyp „(08) Wandthermostat“ gibt es zusätzlich die Möglichkeit, die Option „+Statistik“ zu aktivieren. Hierdurch werden auch Minimum- und Maximum-Temperaturwerte und zur Beurteilung der Empfangsqualität die Anzahl der fehlenden Temperatur-Datenpakete in den letzten 24 Stunden erfasst. Durch einen abschließenden Klick auf den Button „Gerät auf CCU erzeugen!“ wird das Gerät erstellt und erscheint anschließend im rechten Feld „Aktueller Status“. Nachdem wir nun die CUxD-Geräte erfolgreich erzeugt haben, können wir in der WebUI über „Einstellungen“ zum „Geräte-Posteingang“ wechseln (Bild 6).
Bild 6: WebUI-Posteingang
Bild 6: WebUI-Posteingang
Hier können die erzeugten Geräte, wie bereits von den HomeMatic-Komponenten bekannt, über den „Fertig“-Button in die CCU-Geräteliste übernommen werden.

Die Konfiguration der FS20 ST

Nach dem Erstellen und Übernehmen der Geräte müssen diese abschließend noch konfiguriert werden. Hierzu gehen wir in der WebUI über „Einstellungen“ → „Geräte“ in die CCU-Geräteliste und klicken bei der erstellten FS20 ST auf „Einstellen“. Da die FS20-Komponenten über einen Haus- und Adresscode miteinander kommunizieren, muss dieser Code in der Gerätekonfiguration (Bild 7) eingestellt werden.
Bild 7: Die CUx-Gerätekonfiguration der FS20 ST in der WebUI
Bild 7: Die CUx-Gerätekonfiguration der FS20 ST in der WebUI
Hat man sich die Haus- und Adresscodes nicht notiert, kann mit dem FS20-Adressen-Konverter [2] ein beliebiger neuer Code erstellt und anschließend in das Feld „CODE“ eingetragen werden. Anschließend wird der Aktor in den Anlernmodus versetzt und über die WebUI unter „Status und Bedienung“ → „Geräte“ eingeschaltet, hierbei wird der neu eingestellte Code übertragen. Alternativ kann der Code, sofern der Empfänger mit einem FS20-Sender angesteuert wird, nach einem Tastendruck aus der Liste der gefundenen Adressen auf der CUxD-Statusseite (siehe Bild 3) ausgelesen werden.

Die FHT-Konfiguration

Die Einrichtung und die Konfiguration des FHT 80b sind etwas komplexer und erfordern mehrere Arbeitsschritte. Um die FHT-Kommunikation zu aktivieren, muss für den CUL-Stick ein FHT-Hauscode gesetzt werden. Dieser Hauscode besteht aus 4 hexadezimalen Ziffern. Die ersten beiden Ziffern 1 und 2 stellen „HC1“ und die Ziffern 3 und 4 „HC2“ dar. HC1 und HC2 müssen jeweils im Bereich von 00h–63h liegen. Werden HC1 und HC2 auf 00h gesetzt, ist die FHT-Kommunikation deaktiviert. Im Menü des FHT 80b werden Code1 und Code2 dezimal von 000–099 angezeigt, müssen also umgerechnet werden. Einen Hexadezimal-Dezimal-Umrechner findet man im Internet unter [3].

<br> HINWEIS: Bei der Steuerung von mehreren FHT-80b-Wandthermostaten müssen alle HC1 (für FHT 80b und CUL) identisch und alle HC2 verschieden sein.


Beispiel für zwei FHT 80b:
Für den CUL-Stick kann der eigene Hauscode einfach über das CUxD-Terminal mit dem Befehl „T01“ ausgelesen bzw. mit „T01XXXX“ gesetzt werden. In unserem Beispiel setzt der Befehl „T011234“ den Hauscode auf HC1=12 und HC2=34 (alle Werte hexadezimal!).
Am sichersten ist es, wenn man den CUL-Hauscode im TTYINIT-Parameter des CUxD speichert, damit werden bei einem CUxD-Neustart auch gleich alle Inhalte des FHT-Befehlspuffers im CUL-Stick gelöscht. Der TTYINIT-Parameter kann der Einstellungsliste in der CUxD-Oberfläche unter dem Punkt „Setup“ einfach unten angehängt und gespeichert werden (in unserem Beispiel: TTYINIT=ttyACM0:X21\nT011234). Nun muss wie bereits zuvor bei der FS20 ST in der Gerätekonfiguration des jeweiligen FHT 80b der Code eingetragen werden. Die FHT-80b-Adresse (Code) kann, sofern noch nicht bekannt, sehr einfach über die CUxD-Statusseite (siehe Bild 3 unten) in Erfahrung gebracht werden.
Hier erscheint zum Gerät ein entsprechender Eintrag wie z. B.:

12:47:36 [?] ttyACM0 FHT80b (018,017) ‚1211‘ (-61dBm)

Sofern mehrere FHT 80b in Betrieb sind, kann über den Menüpunkt „Code“ des FHT 80b geprüft werden, welcher Code für welchen FHT 80b eingestellt ist. In unserem Beispiel tragen wir also die 1211 in der FHT- Gerätekonfiguration ein (Bild 8).
Damit der CUL-Stick nun als Zentrale für die FHT 80b erkannt wird, muss man abschließend ein Pairing für alle FHT 80b durchführen. Hierzu muss mindestens ein Ventilantrieb FHT 8V am FHT-80b-Wandthermostat angelernt sein.
Nun versetzen wir den ersten FHT 80b über den Menüpunkt „Cent“ durch Auswahl von „nA“ in den Anlernmodus (Pairingmode). Jetzt muss relativ zügig ein Befehl vom CUL-Stick zum Thermostat gesendet werden. Dies kann über die Gerätekonfiguration durch Setzen von „RESYNC“ und anschließendem Bestätigen mit „OK“ erfolgen (siehe Bild 8).
Bild 8: Die FHT-Gerätekonfiguration in der WebUI
Bild 8: Die FHT-Gerätekonfiguration in der WebUI
Wenn das Anlernen erfolgreich war, sollte nach ca. 2 Minuten im Menü des FHT 80b unter dem Menüpunkt „Cent“ nun „On“ stehen. Sofern hier immer noch „nA“ erscheint, muss der Pairing-Vorgang wiederholt werden. Sofern man mehrere FHT 80b anlernen will, sollten diese einer nach dem anderen angelernt werden.
Aufgrund der zyklischen Kommunikation des FHT 80b kann es unter Umständen eine Weile dauern, bis alle Daten übertragen wurden, weshalb man sich etwas Zeit und Ruhe für das Einrichten nehmen sollte.

Der FS20-Befehlsaufbau


Die Datenpakete der FS20-Geräte beginnen im CUxD-Terminal immer mit „F“. Die nächsten vier Zeichen beschreiben den Hauscode, gefolgt von einer zweistelligen Adresse. Diese sechs Zeichen (A–F in Großbuchstaben) müssen als CODE in der Gerätekonfiguration der WebUI eingetragen (siehe Bild 7) werden.
Das DEVICE-Feld bleibt normalerweise leer und wird nur bei Verwendung mehrerer CUL-Sticks zu deren Unterscheidung genutzt.
Zum besseren Verständnis der FS20-Adressierung empfiehlt sich ein Blick in die Bedienungs­anleitung der entsprechenden FS20-Geräte, hier findet sich ein genaues Schema zum Adressaufbau neben einem detaillierten Vergabebeispiel.
Zu beachten ist, dass die Kommunikation der FS20-Komponenten, anders als bei HomeMatic und FHT, nur unidirektional erfolgt und so der Status von FS20-Komponenten unter Umständen nicht immer korrekt in der WebUI angezeigt wird.

Der Befehlsaufbau in der Übersicht:
Bild 9: FS20-Konvertierung, hier das Beispiel für den Hauscode 1111 2222 und Adresscode 33 44
Bild 9: FS20-Konvertierung, hier das Beispiel für den Hauscode 1111 2222 und Adresscode 33 44
Mit Hilfe des unter [1] zu findenden FS20-CUL-Konvertierers ist es möglich, FS20-Codes in das von der CUL-Firmware geforderte Hex-Format oder umgekehrt umzuwandeln (Bild 9). Dazu trägt man den gewünschten achtstelligen Haus- und vierstelligen Adresscode in das Eingabefeld „ELV“ ein und drückt auf den Button „-> HEX“. Der benötigte HEX-Code wird dann im HEX-Feld ausgegeben und kann durch Markieren und Kopieren einfach in der WebUI-Gerätekonfiguration eingefügt werden.

CUx-Geräte in Zentralenprogrammen

Die fertig konfigurierten Geräte lassen sich nun genauso wie die „originalen“ HomeMatic-Geräte auch über ein HomeMatic-Zentralenprogramm steuern. Bild 10 und Bild 11 zeigen jeweils ein Beispielprogramm zur FS20 ST und zum FHT 80b.
Bild 10: In diesem Beispiel wird die FS20 ST in Abhängigkeit der Helligkeit eines HomeMatic-Bewegungsmelders geschaltet.
Bild 10: In diesem Beispiel wird die FS20 ST in Abhängigkeit der Helligkeit eines HomeMatic-Bewegungsmelders geschaltet.
Bild 11: In diesem Beispiel wird der FHT 80b täglich um 18:30 Uhr auf eine Soll-Temperatur von 21 °C gesetzt.
Bild 11: In diesem Beispiel wird der FHT 80b täglich um 18:30 Uhr auf eine Soll-Temperatur von 21 °C gesetzt.
Im nächsten CUxD-Beitrag zeigen wir, welche hilfreichen Software-Funktionen das CUxD-Addon auch ohne Zusatzhardware bietet.

Fachbeitrag als PDF-Download herunterladen

Inhalt

Sie erhalten den Artikel in 1 Version:

pdf  als PDF (6 Seiten)

Sie erhalten folgende Artikel:
  • CUxD – das Leatherman für die HomeMatic®-CCU Teil 2


Hinterlassen Sie einen Kommentar:
(Anmeldung erforderlich)
  Name
  E-Mail
KATEGORIEN
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN